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14.2.1775
 
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Dienstags den 14. Februar, vni»

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Mit Hochfürstl. Hesse» Dar-mstüdrifcher gnadigsier Erlaubuißl

wahre Vorstellung vorn Himmel und Hölle.

§^ch habe mich vor einiger Zeit bemüht, dis Vorurkheile, so viel mit i möglich, auszurotken, die den meisten Theil der Menschen mit einer vj ungegründetm Furcht vor dem natürstchen Tode zu foltern pflegen: und dieses veranlasset mich, gegenwärtiges Blatt einer Betrachtung deck Zustande« der vom Leib« abgeschiednen Seele zu mieteten. Ich weis, daß ein großer Theil der Menschen in diesem Punkte eine eben so irrige Mei­nung hat, als in jenem, von der eigentlichen Beschaffenheit des natürli­chen Todes. Dis mei|ien Menschen halten sich für überzeugt, daß sie nach dem Tode entweder in dem Himmel ober in die Hölle kommen, und diese Vorstellung haben sich bereits die Heiden gemacht: ein jeder aber bauet sich, so zu reden, seinen Himmel nach seinem Kopfe. Ich will zeigen, wie man sich Himmel und Hölle vorzustellen habe, wenn man sich dieselbe vernünftig adbilden, und nicht den Vorurkheilen Gehör geben will. .

Der Zustand der Seel« nach dem Tode kann nicht ander«, al« von einer gedoppelten Art seyn. Denn entweder ist sich die vom keibe geschiedne Seele sthres Zustandes bewust, oder nicht. Im ersten Falle wacht sie, im zwepten aber nicht, sondern sie schläft. Beyve Falle sind an sich möglich, einer aber von beyden MU« wirklich sep. Die« ® » »eisigen