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Mochönklatr

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Gefahr am geschwindesten vergessen wird, deren die Schiffe, so vor ihnen seegelten, ausgesetzt waren. Kaum haben die Wellen in der Ferne ein Fahrzeug verschlungen, und sich über dasselbe wieder zusammen geschlos­sen ; so ist alles Schicksal schon größtentheils vergessen. Man traut es halb seiner Geschicklichkeit, und halb der Vorsicht zu, über die gefährlich­sten Oerter ohne Gefahr zu segeln. Sind wir auf der großen Reise un- jers Lebens wohl vernünftiger 3 Ein jeder glaubt sich aus einer allgemeinen Bethörung sicher, ob er gleich soviel Tausende alle Augenblicke in neue Gefahren sinken sichet. Das Elend seiner Reisegefährten erschüttert zwar sein Herz, denn diese Erschütterung ist seiner Menschlichkeit natürlich; aber es ist nur ein flüchtiges Andenken, das vorüber rauscht, und sich niemals tief in die Seele cindrückk. Nur wenige Tage, nur ein paar veränderte Vorfälle, nur eine neue Gelegenheit seinen Sinnlichkeiten zu schmeicheln; und die vorige Erinnerung, die sich unsrer Natur so sehr bemeisterte, wird auf ewig verschwinden! Man wählt so gar dieselben Wege, worauf andre so sehr gestrauchelt haben. Aber man traut seinem eignen Steuer viel zu viel, und man glaubt gewiß im Stande zu seyn, sich wider den Strudel zu stemmen, von welchem unser Freund verschlungen wurde, und über die Felsen hinweg zu kommen, wo er so elendiglich scheiterte. Oft denkt man zwar seinen Lauf zu verändern, um nicht in die Abwege unsrer Vorgänger zu gerathen; aber was hilft diese schwache Vorsicht? da wir allemal das Steuerruder unsrer Affekten und Handlungen wieder vergessen , um uns der Macht eines Gcrathewohl blindlings überlassen. Sehen wir nicht die Beyspiele davon täglich 3 Und welch ein Haufe von Thoren bereitet sich nicht da daffelbige Unglück, wo eben so viel vor ihm ihren Untergang fan­den. Sollten die Sclaven der Wollüste nicht am ersten zu diesen Thoren gehören? Lausende finden durch den übermäßigen und unordentlichen Ge- brauch dieses natürlichen Triebes ihre elenden Tage und ihr Grab. Tau­senden sind diese abscheulichen Folgen nicht unbekannt. Aber eben diese Tausende unterlaßen es deswegen doch nicht, ihre Lüste zu vergnügen. Es ist wahr, die natürlichen Folgen sind bey ihnen möglich; und sie sind ihnen auch schrecklich. Aber welch ein betrügerischer Redner ist nicht zuweilen unser Herz! Wir dünken uns vorsichtiger als alle zu seyn , wir wollenden Gebrauch mäßigen; und wir erdenken wol gar gewisse Mittel, nicht in dergleichen Gefahr zu gerathen. Allein , bey aller dieser Vorsicht finden wir zuletzt daffelbige Verderben, das auch diejenigen betraf, die mit we­niger Ueberlegung auöschweisten.