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2.94 Wochenblatt.

Es ist merkwürdig, daß diese Unglücklichen auf der letzten Stufe ih­res Unglücks alle ihre Kräfte sammeln, andere vor Thorheiten zu warnen, bey welchen sie mitten in ihrem Lauf waren aufgehalten worden. Ihre Redlichkeit wird mit Ruhm erhoben; die Ermahnung aber wenig geachtet.

Die Hofnung ist bev einer jeden Sache, das angenehmste Gut. Sie macht die Seefahrenden beherzt, und wenn sie gleich ihr Schicksal in den Wellen vor sich sehen: so spielt doch noch immer die Hofnung mit ihrem Elend. Eben so geht es mit den Tagen des menschlichen Lebens. Man sollte denken, daß die Nothwendigkeit, auf diese oder jene Art zu sterben, die Frölichen in Traurigkeit, und die Verwegenen in Furcht; wenigstens die Schwermüthigen und Furchtsamen in beständiger Angst erhalten, und sie an dem Genuß der mannigsalkigen Abwechselungen ihres Vergnügen- hindern werde. Allein keiner von allen diesen scheinet weniger um sein Ende bekümmert zu seyn, als derjenige, dem es am fürchterlichsten vorkömmt. Dieser versteht die Kunst, alle Gefahr vor sich selbst zu verbergen; und der­jenige, der sein Unvermögen kennet, das Anschauen der Schrecken, die ihm bevorstehen, nicht zu ertragen, der nimmt sich wol in Acht, niemals vor sich zu sehen. Er findet in den gegenwärtigen Augenblicken einen ab­wechselnden Zeitvertreib, und ergötzt sich überhaupt damit, daß er mit der Hofnung spielet, die gleichsam die beständige Gefährtinn der Reise unserS Lebens ist. Aber was verspricht auch eben diese Hofnung zuletzt? Nichts als daß endlich alle und jede umkommen müssen. Mit diesem Versprechen ist jedermann zufrieden; ohngeachket man alle diejenigen verlachet, die die­sem Versprechen glauben. ' Die Hofnung treibt nicht selten mit der Leicht­gläubigkeit ein Gespötts. Denn gemeiniglich ist niemand geschäftiger sich mit allen Nothwendigkeiten und Hüifsmrttekn des Lebens zu versehen, als diejenigen, von welchen man, allen Vermachen nach, nur sich selbst nicht, stehet, daß sie bald durch einen unersetzlichen Verfall umkommen müssen.

(Der Beschluß folgt künftig)

AvcrtiiTement.

Nachdeme in dem unterm roten paffato vorgewesenen Subhaftations Termino des Berg-Jnspcctor Müllerischen von allen Abgaben gantz srcyen, Guths zu ThalJtter bestehend in einem großen Wohn «und Meye- rryhauß hinlänglichen Stallungen zu Pferd-Rind, Schaaf und Schwei- ?, t o nenvieh