Wochenblatt. r-r
ibe( könne verglichen werden. Alle Veränderungen/ aber auch ave Uage- machlichkeit und Gefahr, die sich bcy derselben finden, kaffen sich auch bey dem immer adlaufenden Zeitraum menschlicher Tage antreffen. Ich wurde in diesen Gedanken noch mehr gestattet, da ich neulich einen von den verchrungswürdigsten Schriftstellern des Alterthums über eben diese Sache Nachlaß. Seneca/ der strengste aber auch vollkommenste Lehrer menschlicher Tugenden, sagt an einem gewissen Orte: „Das Leben ist eineRc.'se. „ bey deren Fortsetzung wir beständig unste Austritte verändern. Wir le- „ gen zuerst die Kindheit, alsdann die Jugend, hierauf die Jahre derrer- „ ftn Mannheit, und endlich den letzlern und beliebtern Theil des Alters t/ hinter uns "
Der Englische Rambler hak bereits über diese Stelle des Seneca einige Betrachtungen angestelltt 3 und er hat mir zugleich zu den folgenden Gedanken Anlaß gegeben.
Es ist in der That kein Gleichniß schöner, als dieses : Das Leben mit einer Reise; und zwar mit einer solchen Reise zu vergleichen , deren Seefahrende gemeiniglich ausgesetzt sind. Viele von diesen beschwerlich Reisenden fühlen alsdann schon die Gewalt der Wellen und ihren völligen Untergang, wenn sie kaum die Seegel um den Mast gebreitet haben. Unter Viesen sind sehr oft einige, die aus einer bloßen Unvorsichtigkeit, auS einer unzeitigen Sicherheit, durch einen plötzlichen Sturm von der Tiefe verschlungen werden.
Wem gleichen diese Elenden anders? als denen Tausenden, die durch Thorheit, Verkehrtheit oder Nachläßigkett, das Amt eines Steuermanns in Dem menschlichen Leben übernommen haben.
e^iete Oerter deS Meeres, Die voller Felsen unD ®truDel sind, »er» Minnen bey einer trüben Witterung, Die auf Der See nicht ungewöhn, lick iil, Die hegenden Schiffe; Denen Der WinD noch in Die vollen Seegel blaßt, und Die noch Dazu Diejenigen verhöhnen, Die sie hinter sich gelassen haben Sind unsre Tage anders? Eine jtDe Gefahr, Die uns in Denfel» ben devorstehet, ist mit einem so Dicken Nebel überzogen, Daß Das schärfste Auge kaum in einer kleinen Entfernung etwas erkennen kann. Viele über» fällt Diese Gefahr unvermuthet, und fast zu einer Zeit, Da sich alle mögliche Freuden in ihre Brust ergießen, und da sie aus Denen ein Gespötte machen, beten «Stirn von Gram unD Sorgen umwölkt ist. Diese Gefährlichkeiten
O 0 1 sind


