wochettblore.
Auch sind die ordentliche Schulferien ansehnlich abgekürzet, und alleZwi- schenferien gänzlich aufgehoben worden. Von allen diesen Dingen wird auf künftigen Osterexamen durch ein Programm« weitere Nachricht er- theilt werden.
Ist die Eifersucht eines Mannes eine wahre Liebe t
Der gemeinen Meinung nach, welche annimmt, daß die Eifersucht von der Liede unzertrennlich ist, sollte man glauben, daß ein Mann, je eifersüchtigerer ist, auch desto mehr Liebe habe. Diese Regel scheinet bev einem Liebhaber wahr zu seyn. Da ihm die Geliebte nichts schuldig ist, und er also auch von ihr nicht hoffen kann, wieder geliebt zu werden, als in so fern er sich durch seine sorgfältigen Bemühungen und durch die deutlichsten Zeichen seiner Zärtlichkeit ihrer Wohlgewogenheit würdig gemacht hat; so kann er sich ihres Herzens niemals so versichert halten, daß er nicht immer noch befürchten müste, es zu verlieren; und die geringste Höflichkeit, welche diese Geliebte seinen Nebenbuhlern erweiset, sind für ihn Ote gerechtesten Ursachen , sich zu beunruhigen. Ist nun seine Liebe sehr stark, so wird er gewiß darüber unwillig seyn, sich beklagen, und seine Eifersucht mit einiger Heftigkeit zu erkennen geben. Diese Klagen, dieses Murren und diese Eifersucht zeiget deutlich die Heftigkeit seiner Liebe, und ist dem schönen Geschlechte nicht mißfällig.
< Kann im Gegentheil eben dieser Liebhaber die günstige Aufnahme seiner Nebenbuhler mit aller Gelassenheit ansehen ; so muß er ohne Zweifel nur gleichgültig gegen seine Geliebte seyn, und er kann unmöglich die Eroberung eines Herzens, welches er zu erlangen so wenig Mühe anwendet, für eine wichtige Sache hatten. Auf diese Weise scheinet es, daß man die Frage, ob die Eifersucht ein Zeichen der wahren Liebe sey, von einem Liebhaber mit Grunde bejahen könne. Allein bey einem schon verheiratheten Manne verhalt sich die Sache ganz anders. Die Person, welche er gehei- rathet hat, ist mit ihm durch solche Bande vereinigt, die sie in eine noch, wendige Verbindlichkeit setzen, ihn allezeit zu lieben. Es ist eine durch Liebe festgesetzte Wahl, welche die Vernunft bestätiget hat. Sie har die Stelle, die sie durch die Heirath erlangt hat, nicht verdienen können, ohne seine- Vertrauens würdig zu seyn; und da sie ihm alödenn ihr ganzes Herz schuldig


