14 Wochenblatt.
Das Lasier und den Unverstand Bestrafte sie mit kühner Hand Bey groß und niedern, Feind und Freunden. Doch weil sie frey und ernsthaft schalt, So machte sie sich viele bald, Wie könnt es anders ftyn? zu Feinden.
Hier zürnt man auf ihr kühnes Wort. Dort jagt man sie vom Hofe fort, Hier durch Proteste aus den Städten. Fast jedes Hand ist wieder sie: Nur mancher Kluger giebt sich Müh, Und will der Wahrheit Unschuld retten.
Die Wahrheit trozt auf Recht und Pflicht, Jedoch umsonst man hört sie nicht.
Ihr Zorn entbrennt, sie eilt zur Rache, Und nimmt, weil man sie boshaft tritt, Die Satir, ihre Freundin», mit; Doch sie verderbt nur ihre Sache.
Nun nimmt erst recht im ganzen Land
F>aß und Verfolgung überhand;
Nun hört man sie sogar verfluchen.
Dies, gute Wahrheit! zwingt dich bald, Wer kann denn wieder die Gewalt? Ern ander Land dir ouszusuchen.
Sie geht, und ohne Gegenwehr. Doch dies verdriest sie nur so sehr, Daß ihre Feindinn schalkhaft lachte; Und daß die freche. Lügenkunst, Die Fabel, sich fast jedes Gunst Mit ihrem Schein zuwege» brachte.
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