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Wochenblatt

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Die Wahrheit und die Jabel«

Die Fabel rechter Art ist wie em schönes Kind, Das klug und nützlich spricht und auf Vergnügen sinnt. Ihr schönen zürnet nicht dey dem vermeinten Streiche Das ich mit Fabeln euch vergleiche.

Ihr habt ja sonst der Fabel Eigenschaft,

Ich sag es, ohne euch zu kranken.

Und wie denn? Schön seyu, und schön denken

Das scheint ja vielen fabelhaft.

* * * *

Die Wahrheit trug vor alter Zeit Ein schlecht und abgetragnes Kleid Nicht nach der Mode zugeschnitten. Doch nackend gieng sie nimmermehr, Wer dies behauptet irret sehr, Und krankt dadurch der Wahrheit Sitten.

Sie selbst war immer liebenSwerth.

Doch weil die Schöne nie begehrt, Der andern Schönen Putz zu übenr So hatte, wie mans öfters macht, Auf ihren Reiz fast niemand acht, Man sah sie, ohne sie zu lieben.

Sie redte klug beherzt und frey

Und allzeit ohne Schmeichele!),

So wohl bey Thoren, als bey Weisen.

Bey ihr galt nicht Betrug und Schein, Bey ihr hies allzeit Ja und Nein, Was sie vor Alters her greifen.

Getrieben durch Beweis und Grund, Beschrieb ihr nie erkaufter Mund Der Dinge Werth nach ihrem Wesen. WaS Lob verdient, das lobte sie. Der Tugend Schein erhob sie nie, Wie wir doch in Poeten lesen.

B; Das