Ausgabe 
8.8.1775
 
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- Wochenblatt

Sie hielt auch Wort. Gegen Abend ließ sie mich aus der Herberge rufen, gieng mit mir lange herum, bis in die Gegend, wo, wie ich nun weiß , das osttndische Haus liegt. Hier führte sie mich durch einen Hof in ein kleines Haus, sagte mir, daß sie den rechten Mann rufen wollte, und rüdem sie zur Thür hinaus gieng, schrie sie mit einer feltsamen Stimme: die soll dich denn auch nicht haben! Ich wartete zwey Langen und zwey Breiten, und da kam Niemand , ich wollte Wegge­hen, und fand daß die Stube verschlossen war. Ich machte Lerm, und da kamen vier Matrosen herein, die mir sagten, sie freuten sich einen so hübschen Cameraden auf Batavia bekommen zu haben, bie Wtttwe hätte meinen Namen und Geburts­ort und alles bcy der Schreiberei) fchon angegeben, und ich wäre nun ihre. Ich mochte dagegen machen was ich wollte, sie blieben immer darauf, daß ich gutwillig zu ihnen gekommen, droheten und schmeichelten mir eins um das andere, brachte» mich noch den Abend auf em großes Schiff, den folgenden Tag kam der Schreiber, hörte die vier Kerls ab, that als wenn er das nicht versiünde, was ich sagte, daS Sckiff gieng nach dem Texel ab, und ich kam mit nach Batavia. Ich habe euch ja so oft geschrieben durch weiche Bosheit ich so angeführt worden, habt ihr gar feix ne Briefe von mir erhalten? und du Röschen auch nicht? Wie oft hab ich nicht an euch zusammen gedacht! Aber lustig Freunde, nun bin ich wieder hier, und Rös, chen du bist mein. Weiter erzehle ich diesen Abend kein Wort, das andre sollt ihr noch oft genug Horen. Aber Röschen nun mußt du mir erzehlen. Ja, sagte Rös­chen, aber wirst du auch nicht noch einmal davon gehn ? und kneipte ihm in die Wange. Nein fürwahr nicht Röschen, du bist mir mehr als Europa , Asia, Batavia und America.

Gleich nach der Erndte ward Wilhelm mit seinem Röschen verbunden. Der ehrliche Ernst heurathete Wilhelms Schwester, und alle waren in dec Folge mit einander glücklich.

Academr'sche VTeui^dten.

r Am gten August vertheidigte der Reichsstadt kübeckische Cubdelegakions cretarius Herr Georg David Richery seine Jnauguraidisputation de variisqnae- ftionibus circa tefhmentum aevi materni nepotes ex defundti filia fuperftite eo- rnndem patre inftituentis, 5. und einen halben Bogen ui dem solennen juristischen Auditorio mit vorzüglicher Gelehrsamkeit, Solidität und Fertigkeit, und wurde darauf an dem nemlichen Tage zum würdigen Doctore iuris, vtriusque ernannt.

Ein * und auspaßircnde vom 2.9. Iulü bis den

s. August i?7f.

Herr Geheimderrath von Botzheim, und Herr Hofpredjger Milior, pass, durch. Herr von Hardenberg, Landcommandeur der Ballay Sachsen, pass, durch. Herr Graf Döhnhof, Lieutenantvon der Cavallerie in Preus. Diensten,pass durch. Herr Kammerherr von Rau, logirt im Einhorn.

Herr von Diehnhem, zwey Herrn von Keßelsdorf, Herr von Kerppcn, pass, durchs Fran Gräfin von Wittgenstein, paßiret durch.