Ausgabe 
8.8.1775
 
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Nun kamen sie in der Eltern Haus, wo alles sich der lebhaftesten Freude ganz überließ. Es war zugekocht alles was das Haus vermochte. Der Schulmeister, Wilhelms vormaliger Präceptor, der ihn oft geprügelt hatte, wenn er mit Dinte Die See auf den Lisch mahlte, und^noch ein Nachbar und Gevatter wurden herbey gebeten, und nun gieng der Schmauß an, und Wilhelm mußte erzehlen, wie er doch in der Welt nach Batavia gekommen sey

Hier wäre nun die schönste Gelegenheit, Kolbens Beschreibung des Vorgebürgs der guten Hoffnung, und die Holländische Beschreibung von Batavia, einen guten vollwichtigen Folianten, zu plündern, und Wilhel­men ohne Mühe ein Dutzend Bogen voll erzehlen zu lassen. Weis aber der Verfasser weiß, daß Wilhelm eben nicht mit dem Geiste der Beo bachtung gereist ist, oder vielmehr, weil er jene beyden Bucher, zum Glück der Le­ser, nicht bev der Hand hat, so wird Wilhelm nur blos das erzehlen, waS seine Freunde von ihm zu wissen verlangten.

Mit Willen, Hub Wilhelm an, bin ich nicht nach Batavia gegan­gen , das könnt ihr alle glauben. Aber hört wie das gekommen ist. O m dem Holland sind viele böse Leute! Als ich in Zardam arbeitete, gieng ich zuweilen in einen Garten, welcher einer Gärtnersfrau zugehörte, die so in Amsterdam allerhand Grünigkeiten verkauft. Ich hatte dabey Die Absicht, bey Gelegenheit ein Bischen von der Gärtnerey zu leinen, so wieder Chri­stoph am Ende gelban hat. Die Frau, deren Mann vor einigen Wochen gestorben war, war auch sehr gefällig gegen mich , und ließ mir olles zei­gen. °Sd) speisete auch dort zuweilen für ein billiges Geld, und ward also im Hause sehr bekannt, und erzehlte vieles aus unserm Dorfe, und auch von meinem Röschen. Als die Zeit meiner Abreise heran kam , ließ sie mir durch ihren Vetter einen Seemann, so unter der Hand wissen, daß wenn ich Lust hatte, in Holland zu bleiben, ich sie vielleicht heyrathen könn­te. Sie war reich und nicht hcßlich. Aber ich sagte dem Manne gerade heraus, daß ich sie nicht wollte, und wenn sie auch eine Königinn wäre, daß ich eine Braut hätte, Der ich um alles in Der Welt nicht untreu wer* den würde , und daß ich überhaupt die Holländerinnen nicht leiden könnte. Das muß sie nun wohl übel genommen haben, Denn sonst kann ich nicht begreifen, wie sie mir nachher einen so gottlosen Streich hat spielen können. Sie stellte sich noch immer ganz freundlich gegen mich , und sagte mir, daß sie Den Tag vor meiner Abreise noch expreß nach Amsterdam kommen woll­te, um mir allerhand schöne Sachen für mein Röschen einkaufen zu helfen.