Ausgabe 
8.8.1775
 
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L)4 wochenblaee.

weint haben wie ein Kind, wenn ihn nicht die Gegenwart seiner Landes- teure und sein eigner Ehrgeiz zurück gehalten harre. Denn eS wird, der Himmel weiß aus welchen Ursachen, bey den meisten unsrer Landleute für schimpflich gehalten, zärtlich verliebt zu ftyn. Er verließ aber dre Gesell­schaft bald, nahm sich kaum die Zeit, noch einige nähere Erkundigung von dem Bräutigam oder von seinen Verwandten einzuziehn, und eilte in sein Wirthshaus, wo der arme Jüngling ein paar Tage, wider alle seine Gewohnheit, recht melancholisch zubrachte. Er entschloß sich also - sein Vaterland nie wieder zu sehn? - Nein das that er nicht - Er entschloß sich, so geschwinde als möglich in sein Dorf zurück zu kehren, um seine Eltern wieder zu finden, und da Röschen doch seine Frau uicht sevn könnte, we­nigstens in Einem Dorfe mit ihr zu leben, und alleö Herumschweifen fahren ju lassen.

Er machte sich also auf den Weg , kam in die Gegend, wo er von Röschen Abschied genommen , wo sie ihm noch zum letzten Andenken die silberne Hemosknöpse mit den Herzen geschenkt harre - ach wär ich doch nie weiter bis an diesen Hügel aus meinem Dorfe gekommen ! dachte er, gelte ich wäre auf mein ganzes Leben glücklicher gewesen als ich jetzt bin! Rös­chen, Röschen, hattest du - aber du bist unschuldig - und dem Himmel sey es gedankt, ich auch - - da ist ihr schöner Eichelkamp - ja, und wenn ich nicht irre, ihr Vater ist darinn, und noch ein Mann ach das wird er wohl seyn - und da ist Röschen auch! und in zwey Minuten war er vor dem Cichelkamp, und über die kleine Hecke - - Mein Wilhelm, mein Wil­helm! rief Röschen, und fiel ihm in die Arme - Wilkommen, willkom­men Wilhelm, schrie Röschens Vater, und ergriff seine rechte Hand, und schüttelte sie aus allen Kräften - Ernst die Linke - ja, meine See!, das ist der Camerad der mir aufdem Caap das Leben rettete! - So stunden sie da eine Weile, würdig des Pinsels eines Mengs - Wilhelm Hub seine Au­gen schwer auf - seyd rhr denn alle, glücklich? sagte er, und meine Eltern auch - Nun sind wir es alle nun da du da bist, sagte Röschen, aber Wil­helm wo bist du denn gewesen? - Aber Röschen, du bist Ernsten feine - - Mit Nichten, fiel ihm Röschen in die Rede, das bin ich nicht. Aber ich will dir alles erzehlen wie das gekommen ist.

Die Gesellschaft eilte nach dem Hause von Wilhelms Eltern. Un­terwegs erzehlte Röschen die ganze Geschichte, und Ernstens ehrliche da» meradschast, und Wilhelm fiel ihm um den Hals , und Ernst sagte: der Henker weiß, wie einem dabey so um das Herz herum zu Muthe wird - Nun