Ausgabe 
9.5.1775
 
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Neunzehe nteÄ S t ü ck.

Dienstags den? Ma^ i77f»

Mit Hochfürstl. Hessen Laemstadttscher gnädrgsier Ertaubniß.

Es frifset eines das andere auf.

Sine indianische Erzählung.

(S- Nouveaux melanges philofophiques par M. de Voltaire T. IV.)

L^^Ythagoras lehrete bey seinem Aufenthalts in Indien , wie jedermann ylj weis, die Sprache der Thüre und Pflanzen in der Schule der Gym- nosophisten. AlS er eines TageS in einer Wiese- nahe am Meere, spaziren ging, hörete er diese Worte; Wie unglücklich bin ich , daß ich ein Krautstengel geworden bin! kaum bin ich zween Zoll hoch gewachsen, als sie schon ein fressendes Ungeheuer, ein schreckliches Thier, welches mich unter seine breiten Klauen trit, zeiget; fein Rachen ist mit schneidenden Sicheln besetzet, womit er mich abbauet, mich zerreißet und niederschlu­cket. Die Menschen nennen dieses Ungeheuer einen Hammel. Ich glaube nicht, daß eine abscheuligere Creatur in der Welt sey.

Pythagoras ging einige Schritte weiter; erfand eine Auster, wel­che auf einem kleinen Zellen lag: Cr hatte dis dahin das vottreflzche Ge- T setz