io8 Wochenblatt«
sche hielten alte Gewohnheiten in Ehren, und ließen sie nur mir dem grösien Zwang abschaffen. Wir sehr unterscheidet sich unser jetziger Geiff der Ge- denkungsart nicht hievon ? Der heutige Deutsche liebt nichts so sehr als die Abwechslung. Wle oft verändert er nicht Vie Moven , und ahmet bald Dm Franzosen, bald dm Engländer nach?
Bey der einen Nation thun die Männer oder andere freye Leute, was Key einer andern die Weiber oder die Sklaven verrichten. Bey den alten Egyptern blieben Die Mannspersonen zu Dause, und daS Frauenzimmer gimg herum und besorgte alle Geschäfte außer dem Dauße. Der Römer hielte die Artzmywiffensänfr vor schändlich, und ließ sie daher seine Scla- Den treiben. Bey den Arabern wurde sie von dm Vornehmsten betrieben. Bey uns lernt kein Vornehmer kein Handwerck, bei) den Türken muß rin jeder, der Mufti und der Kaiser selbst nicht ausgenommen, eines können.
Die Speise und der Trank sind bey einer jeden Nation anderst, als bey der andern. Ebmals lebte der Deutsche bloß von der Jagd ünd Vich- zücht; dieses khuk der Tatar nach, 'Und kocht, wie Man sagt, sein Fleisch unter dem Sattel. Der wilde Amerikaner nährr sich vom Wildpret, welches er oft roh eßen muß, und der Grönländer von den Seehunden. Andere Nationen hingegen leben verschwenderisch, kostbar # prächtig und schwel, gerisch. Dieses war jederzeit die Gesinnung des südlichen Asiaten, und noch ist es die Gewohnheit des Engländers Emiae Völker warm beständig mäßig andere unmäßig. Der (iiterei noch edlcre Römer, und der eh- maiiqe Perser verabscheut nichts so sehr als das Laster der Unmäßigkeit, welchen der heu'iae Spanier und Franzose ziemlich gleich kommen. Der Scythe und der Deutsche haben wegen der Trunkenheit em schlechtes Loh.
Die eine Nation hält die Vielweiberei) für erlaubt, die andere glaubt, sie siy den Gesetzen der Natur zuwider. Der Türke behauptet mit allen Morgenländern das erste, der Abendländer das letzte Emiae hakten gewiße Grade im Heuratben für verholten, andere alle für erlaubt. Dieeh- Nialige Ea optische und persische Könige hcuratheten ihre Schwestern, alle andern Nationen verabscheuen tiefes. In den Abendländern bekommt Der Mann ein H.uratbsguth von der Frau, in Morgenland muß der Manu die Frau Den Ettern gleichsam ablaufen. In Europa hat Mann
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