ros Wochenblatt.
oste Wiederholung eines Tons beleidigt das -Ohr, aber die Abwechslung ergötzt es.
Nicht weniger vergnügt unS die Verschiedenheit in der moralischen Welk. Selten trift man zwey Personen von den nemlichen Einsichten, Neigungen, Gesinnungen unD Charakter an. Dieses ist nicht nunver angenehm und lehrreich, als die Betrachtung der Verschiedenheiten der Natur. Wem die eigene Erfahrung abgeht, den belehrt wenigstens die Geschichte, welche ein Volk nach Dem andern auf den Schauplatz tretten läßt. Die mannichfaltrge Gedenkungsart des Menschen zeigt sich hauptsächlich in den Begriffen vom Guten und Bösen , vom Recht und Unrecht, von Tugend und Laster. . Das eine Volk halt etwas für gut und löblich, welches dem andern schändlich und verabscheuungswürdig vorkommt. Der gesittete Grieche und Römer hielt die Rache für erlaubt, ja sogar für eine Lugend , welche wir billig a!S ein Laster ansehen. Durch ein Prißma sehen wir die Gegenstände mit mancherlei) Farben umzogen, die fie jn der Natur nicht haben. Erziehung, Gewohnheit, Lebensart, Umgang-Nation, Clima und Religion sind dieses Pristna, wodurch die Menschen die Sittlichkeit und den Werth der Handlungen, das Gute und Böse betrachten. / ' —
Die Begriffe von Ehre, ssnnlichem Vergnügen, GlückSgütern/dem Betragen gegen Feinde und andere dergleichen sind, so wie sie selbst verschieden sind, auch die Quellen von aantz verschiedenen Gesinnungen und Handlungen unter den mancherlry Nationen Der Abendländer hält die rechte Hand vor die vornehmste, der Morgenländer die lincke. Der Eu- ropa r begrüßt den vorübergehenden, b Dem er den Hut abzieht, dcrChi- trehr fallt auf sein Gesicht nieder. Der Abent länder verbäckt sich für seinem LamSherrn, küf-t ihm den Rock, und rbut höchstens in bedrängten Umständen einen Fußfall, der Morgenländer fallt nieder und betet ihn an. Der Franzose pfeift, oder singt, der Brüte hängt sich um die üble Launr zu vertreiben, der Polacke reitet, und der Deutsche ißt und trmkt.
Der Europäer schätzt das Gold in America und Ostindien , der In- dianer oas Eisem Der Engländer und Holländer schenkt dem Africaner Spiegel, Meßer, Nägel und dergleichen, und dieser giebt Gold und
Edel-
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