Ausgabe 
4.4.1775
 
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Wochenblatt.

Vierzehentes Stück.

Dienstags den 4i April. -775.

Mit Hochfürstl. He^n Darmsiädtrscher gnädigster Erlaubniß.

von dem Uttkerschied der Sitten unter dett mancherlei k7atiHnem

ungeheuer groß die Menge von Gegenständen ist, welche das uns ermeßliche Reich der Natur dem forschenden Auge des Naturkün- digtts darstellt, so wenig ist er dennoch im Stand, jwey sich in al­len Stücken ähnliche Dinge ausfindig zu machen. So sehr der Grund- siofvon vielen Dingen auch einerlev seyn mag, so sehr ist doch ihre Zusam­menfügung verschieden. Selten geschieht es, daß man ein Beyspiel von zwey einander gantz ähnlichen Personen anzuführen im Stande ist. Lasset uns zwey Blatter von dem nemlichen Baum, dem nemlichen Ast, und eben demselben Zweig betrachten, so werden wir sobald unsere Augen durch ein Vergrößerungsglaß verstärkt werden -r die grösten Verschieden­heiten wahrnehmen, wiewohl man auch schon mit bloßen Augen im Stand ist, einen gewißen Unterschied zu entdecken. Es ist gewiß? das ewige Ei­nerlei) ermüdet, und schläfert zuletzt ein; Hingegen dient die Verschieden­heit der Gegenstände, zum Vergnügen und zur Abwechslung. Die Aus­sicht aus ein unfruchkbahreSGebirg, welches unfern Gesichtskreyß einschrankt, öder eine ungeheuere Ebene, die denselben allzusehr erweitert, ermüdet das Auge, eben welches im Gegentheil durch den Anblick einer mit Thalern, Bergen und Wäldern untermischten Gegend vergnügt wird. Die allzu-

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