5* Man kann nie genug erinnern, daß man so früh als möglich in jeder Iahrszeit und in jedem Lande ansäen soll : denn dieses ist ein unumstößlicher Grundsatz in der Ackerbaukunst.
Es war indessen nicht genug das Pulver der Göttlichen Vorsehung erfunden zu haben: man mußte sich auch angelegen seyn lassen, dessen Gebrauch leicht und jedem Lande eigen zu machen. Um nun diesen doppelten Endzweck fürs erste zu erreichen, haben wir die Behandlung desselben^ nach derjenigen Art eingerichtet, welche bereits in einer großen Anzahl Provinzen bekannt und üblich ist, und die in dem Gebrauche des ungelöschten Kalks besteht, wie wir weiter unten anzeigen werden: wobey zu bemerken, baß man in Ermanglung des ungelöschten Kalks, sich des vergangenen und abgelöschten bedienen könne. Hingegen muß von diesem letztem 15 Pfunde anstatt 12 Pfunde von ersterm, und so nach Verhaltniß genommen werden. Um aber auch den zweyten Endzweck zu erreichen, haben wir uns bemühet, die Dosen des Pulvers nicht mir nach den veeichiedenen Himmelsgegenden , und dem Erdreiche : sondern auch nach Verschiedenheit der Früchte und Saamm ^"Manhat also zum allgemeinen Maaß der Früchte, das in der Rheinischen Pfalz übliche Malter-Maaß, so in Weizen oder Korn ungefehr 170 Pfunde wiegt, ein für allemal angenommen und festgesetzt; und nach diesem Maaß und Gewichte hat man die Dosen in ihren innern Eigenschaften und Wirkungen verhältnißmaßig verstärkt oder gemindert. Zu dem Ende berichtet W1” Daß nach Norden, nack Mittag, und in die Zwifchenlande, nur die für ein jedes derselben besonders bestimmte Dosen werden aögeschickt werden: und wir versprechen, hierüber die sorgfältigste Achtsamkeit zu haben. „
2. Daß die für obiges Maaß und Gewicht von Weizen oder Korn bestimmte Dosen, auch für das nämliche Maaß, "die nämliche Menge, oder den nämlichen Umfang von Spelz, Gerste, Haber, und andrer leichten Früchte bestimmt seyn : ob dieselben schon nicht das nämliche Gewicht haben; weilen es nicht auf das Gewicht, sondern auf die Menge oder Vielheit der Früchte ankömmt, nach welcher man die innere Kraft des Pulvers verhältnismäßig eingerichtet hat.
Vermittelst dieses wird es nicht schwer fallen, in allen Ländern Europens das Maaß oder die Mengeder Früchte, sie seyn nun schwer oder leicht, denen die beschriebene Dose angemessen ist, ausfindig zu machen.
Was die Verschiedenheit des Erdreichs jeder Himmelsgegend betrifft , begnügt man sich zu berichten : daß man für diejenigen, welche trocken, steinigt oder sandigt sind, zur Bequemlichkeit de- Publikums besondere Dosen verfertiget hat,, die in grün Papier eingewickelt sind.
I. Zubereitung der Winter-und Gornmerfrüchte.
Nm einen Sack, ein Malter oder ein Maaß Weizen oder Korn, so das angenommene Gewicht, das heißt, von 170 Pfunden hat: oder einen Sack anderer leichter Früchte, als Spelz, Gerste Haber, und dergleichen, von dem nämlichen Maaße, oder der nämlichen Menge, obschon nicht von gleichem Gewichte, zuznbereiten , ( denn dieses muß man allezeit wohl bemerken, daß die innere Kraft des Pulvers nicht dem Gewichte, sondern der Menge angemessen ist ) thut man die Frucht in e'menZuber oder eine Bütte, und in einen andern Zuber 12 Pfund ungelöschten Kalks, welchen man in so viel Wasser als nöthig ist, vergehen macht. Hernach schüttet man auf diesen Kalk so viel laues Wasser, als man braucht um ihn recht flüßig zu machen; und damit alsdann, wenn das Wasser über die Frucht gegossen ist, es wenigstens Fween Finger hoch über derselben stehe. Doch muß man wohl Acht haben, daß das Wasser nicht warmer sey , als daß man leicht den Finger darinn leiden könne. Hernach wirft man die ganze Dose des in blauem oder grünem Papier befind- kichen Pulvers auch darein, und vermischtes wohl mit diesem Wasser. Wenn dieses geschehen, so gießet man solches über die Frucht, und damit die Zubereitung leichter und gewisser eindrinae, arbeitet man dieselbe eine starke Viertelstunde lang wohl untereinander; während welcher Zeit man alles zubereitete Wasser darüber ergießet. In diesem Wasser läßt man die Frucht 12 Stunden lang, und trägt Sorge sie alle Stunde wohl untereinander zu mischen. Ist dieses alles nach der vorgeschriebeucn Ordnung pünktlich geschehen: so läßt man die Frucht vertropfen; breitet sie in der Sonne, oder in der Luft aus ; und läßt sie nur so lange trocknen , bis sie sich nicht mehr ans hänget. Darauf säet man sie sogleich ohne über 24 Stunden zu warten, wenn die Witterung günstig . ist Sollr e aber das Wetter es nicht erlauben, so kann mat^iölche wohl 4 Tage lang ohne Schade» aufheben: wenn man sie nur sorgfältig in der Luft hält;, und von Zeit zu Zett umwendet.


