wocheublatt.
• anzustellen. Der Schrffbruchtige nahm eine Ta-
ftl, Uch sem Unglück Varaufmalen, und durch dieses Gemahlde öffnete er sich das Herz, und die Reichthümer der Fremden. Alexander, dem die ^äusühlbare Seele gegeben, ward durch ein Ge- malde des Aristides heftiger bewegt, als durch die unzähligen Verwüstungen, die ferne ^Lrege begleiteten. Aristides zeichnete unter andern Gräueln emer eroberten Stadt ein kleines unmündiges Kind , wie es zu der Brust der sterbenden Mutter hinankroch, die Mutter ringend mit demna- ven/Lode verrath noch m der verlöschenden Miene die Angst, ihr Kind möchte Blut für bestockende Milch einsaugen, und stößt es mit schwachen Han^n zurück. Hieraus kann man gar leicht ersehen, wie viel die bildenden Künste zur Verbesserurig des stttlichen Menschen beytragen können, und umleicht es einem geschickten Maler sey, der beste Moralist zu wer- den. Seme Sprache ist allgemein, schnell und überraschend; die Eindrücke, welche er indem Herzen zurücklaßt, sind unauslöschlich. Manschrän- ke aber za nicht die Wurkungen guter Gemälde auf bloßes Mitleiden ein; chre Verdienste um die Tugend erstrecken sich weiter, und jede Leidenschaft kann von ihnen jene Richtung erhalten, die ihrer Bestimmung gemäß ist. Wiemachtig wirkte nicht jedes Gemählde des Methodius auf das Herr emef bulgarischen Prinzen. Eine anhaltende Pest hatte von der Ohnmacht fttner heidnischen Gottheiten überzeugt, dem ungeachtet aber sträubte er sich noch, durch Annehmung der Taufe den Tri- Umph der christlichen Religion zu verherrlichen. Dem Pinsel eines römi. schm Mönchs war diese Bekehrung bestimmt. Methodius zeichnete das jüngste Gericht; zwar fehlte ihm ohne Zweifel die Stärke eines Rubens m der nämlichen Vorstellung , aber die WürkunM desselben mrdstnm Bewunderung. Bogoris sah es, und blieb starr und unbeweglich an demselben hangen. Kaum kam er wieder zu sich selbst, so verließ er d-» Ironischen Unglauben, und begab sich mit seiner ganzen Familie durch die Taufe in den Schooß des Christenthums. Sollte wohl ein ganzer Zangvon Predigten aus dem Munde dieses Mönchs so viel Gewatt über sesheidnischen Königs gehabt haben , als seine Hand durch dre ^Mcht der Malerey? ich werde so lange daran zweifeln, als die sinnst- ^7-^egrlffe ihren Rang von den Ideen des Verstandes behaupten, und stärkere Leidenschaften hervorbnngen werden. Ein ähnliches Beyspiet lie- fttk uns Gregsnuö von ratens in der Geschichte der BachÄtt'
Bachs,


