wochettblate.
jede Neigung zum Vergnügen und Ehrgeiß zu befriedigen, indem er sich einbildete, daß eine davon der Weg zur Glückseligkeit ftyn müßte. Hierauf widmete er seine ersten Jahren gänzlich den Vergnügungen, welche sowohl den Körper als auch die Seele entkräften ; allein da er endlich in dem Genüsse derselben kein wahres Vergnügen, sondern Krankheiten und Verdruß empfand, so veränderte er seinen Lebenslauf, und folgte den Vorschriften des Geitzes, der ihm stets eine äußerliche Glückseligkeit vor Augen stellte, welche auf dem Throne des Goldes saß- Seine Bemühungen hatten den besten Erfolg, und er wurden durch Hülfe seines Vermögens der reichste Unterthan des Orients. Jedoch immer fehlte ihm noch etwas. Die Macht und Ehre stellten sich seinem Anblicke dar, und zogen seine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Diese Begierden blieben auch nicht lange unbefriedigt, indem er durch die Gunst deS Königs zu den höchsten Würden des persischen Reichs erhoben wurde. Aber ach ’ er war dem Hauptgegenstande seiner Wünsche immer noch nicht näher.' Furcht, Zweifel, und tausend verschiedene Bekümmernisse, welche die Großen begleiten, verfolgten auch ihn, und machten, daß er die Ruhe des stillen ländlichen Leben suchte. Dieses letztere verschaste iyn aber nicht mehr Trost als Vie erstern Ehrenstellen; kurz er fand die Glückseligkeit in keinem Stande und gieng also zum zweytenmale zu dem Einsiedler, um ihn sein Schicksal zu klagen, und ihn an sein Versprechen zu erinnern, welches er ihm im Anfänge seiner Begebenheiten gethan hatte. Abudah, welcher bemerkte, daß sein Schüler nach der gesetzten Zeit immer noch mißvergnügt zurückkam, faßte ihn bey der Hand, und sagte zu ihm mit der lächelnden Miene eine- sanften Verweises: Achmed, tadle nicht mehr das Schicksal wegen der Unruhe, welches bloS aus deinem eigenen Herzen entsteht; sieh, da du nun die mühselige Untersuchung und Arbeit vollendet hast, die ich dir auflcgte, um dich zur Vollziehung meiner Lehren fähiger zu machen, so will ich dir itzt das große Geheimniß der ewigen Weisheit erklären , wodurch sie ihre Untergebenen zur Glückseligkeit führet Sieh, (sagte er, indem er auf einen Fluß wies, auf welchem verschiedene junge Schwanen ganz begierig nach ihren eigenen Schatten im Flusse schwammen) diese einfältigen Vögel ahmen die Menschen nach; sie jagen demjenigen nach, was ihre eigene Bewegung zum Fliehen bringt; und betrachte dagegen andere, weiche sich durch ihre unnöthige Arbeit ermüdet haben , und nunmehr, da sie stille sitzen, dasjenige erlangt haben, was ihre äußersten Bemühungen niemals erreichen konnten. Auf diese Weise, mein Sohn, ist die Glückseligkeit


