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98z Wochenblatt.

dalter aiebt es eine Gattung von Lügnern, die damit zufrieden sind, Un­wahrheiten ausgestreut zu haben, und deren Stolz darin besteht, andre zu hmtergehen, ohne sich felbsten dadurch Vorthei! oder Ehre zu verschaf­fen. Dahin gehört das gross Vergnügen eine Frau von Stande im Komö­dienhaus, oder im Park*) zu bemerken, und als ein Libhaber, der schnell von ihren Reizen gefesselt worden, eine Nachricht welche eine pünktliche Be­schreibung ihrer Gestalt und ihres Putzes enthalt, in die nächste Zeitungs­blätter einzurücken. Allein das einzige, was durch diese List ausgerichtet wird, sind Bestürzungen, die der Verfasser nie sehen, und Vermuthun- gen, die er nicht erfahren kann. Demohngeachtet glaubt er einen Possen gespielt zu haben; welches allerdings von einiger Wichtigkeit ist. Nun be­schäftigt er seine Erfindungskunst wiederund bringt eine Erzählung von einer Plünderung, oder von einem Mord, unter die Leute, und bestirnt alle Umstande des OrteS und der Zeit ganz genau. Dieses Spielwcrkhat eine stärkere Wirkung und ist von einer längern Dauer. Sezt er den Schauplatz der Geschichte in die Nähe drs Orts , darin er sich befindet, so kann er eine Frau auf einige Tage für ihren Mann, und eine Mutter für ihren Sohn besorgt machen; und auf diese Art sich selbst mit der Betrachtung schmeicheln, ldaß durch seine Geschicklichkeit und Fähigkeit daö Elend des menschlichen Lebens um.etwas vermehret worben.

Es ist, wie mich deucht, ein altes Gesetz in Schottland, vermöge dessen das Lügen sehr hart bestraft worden. Ich wünsche zwar nicht, daß die LebenSstrafen in diesem Reiche vermehrt würden , aber diejenige, die die gesellschaftliche Treue zerstören; der Glaubwürdigkeit im Umgänge und die 'Sicherheit im gemeinen Leben schädlich sind; die den Schwachen ermü­den und den Furchtsamen mit Lärmen verwirren ; diese sollten doch füglich ins Zuchthaus oder an den Pranger verurtheilt uod dadurch zu einer Em pfindung ihrer Verbrecheu ermuntert werden. Denn einige sind so un<m»6 pfindlich gegen Recht und Unrecht, daß sie keiner andern Richtschnur ify rer Handlungen haben, als das ausdrückliche Gesetz'; noch ein Gefühl ihres Verbrechens haben, als das, das die Furcht vor der Strafe m ihnen erregt.

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*) Ein Thiersarten zu Londrn,