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Giesser Wocheilölatk. Sieben und Dreißigstes Stück.

Dienstags den rz. Septembr. 1774.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlcurbniß.

Das a ir f g e w § l b e.

3ut? genauen Kenntniß der menschlichen Gemüther ist das gewiß keines von Den geringsten Mitteln, daß man solche Orte wo gute Dinge zu geschehen pflegen, und Dergleichen Boutiquen, wo nichts, als was zur Unterhaltung Des Lasters gehört, verkauft wirD, öfters besucht, und Die Leute, die sich da einfinden fleißig bemerkt. Wen man öfters in Buchla­den und Bibliotheken antrift, von Dem Fann man nun Daß er ein Liebha­ber Oer Litteratur ist, Das kann man Doch wenigstens mit ziemlicher Si­cherheit schliessen; und daß Der öftere Besucher Der Kaffeehauser, ein Spie­ler, Der Pastetenköche ein Nascher, und Der Wirthshauser ein Schwelger sei, Daran zweifelt wohl niemand.

Will man die titeln Stuzerchen genau kennen lernen, so wüßt ich auf der Welt nicht, wo dieses besser geschehen könnte, als auf Barbier­stuben. Man besuche nur diesen Ort, Da wird man sie sehen , Diese Ga­nymeden, Diese Narcissen , die mit der größten Gedult zwei ganze lange Stunden unter Den Händen Des Barbiers sitzen können, Die mit solcher Genauigkeit geschoren sein wollen , daß man nicht so lange Zeit braucht ei­ne Braut, und sollte eS eine königliche sein, auszusetzen, als ihren Bart

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