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denn dem ganzen Europa, das seinen Witz bewundert, zeigen wollen, daß er keiner Vernunft fähig ist. Er ftudire also , wenn er sich nicht beschim­pfen will, die philosophische Religion mit Ernst. Er lese keinen Charlatan in der Philosophie, sondern Philosophen, deren heiliger Endzweck Die Un­tersuchung der Wahrheit war, die gründlich dachten, und deswegen gründ­lich bewiesen. Er suche die Gesellschaft derjenigen Geistlichen , oder wenn diese ihm überhaupt verhaßt sind. Derjenigen Freunde, welche, äusser ih­rem Aristoteles, auch die neueren Philosophen gelesen haben , welche ver­nünftig genug sind, um nicht Die Vernunft und Die philosophische Unter­suchung der Religion zu verachten , welche weder abergläubisch noch tän­delnd aussehen. Von diesen lasse er sich die Grundsätze der philosophi­schen Religion eines Wolfs und Lerbrritzens, jener Geister, die den höchsten denkbaren Grad einer menschlichen Vernunft von Gott erhalten hatten , erklären. Und nun widerstehe er, wenn er kann, der Macht der Wahrheit, welche dem Menschen, und nicht allein dem Christen/ durch die Natur offenbaret wird Je besser er hernach diese Religion der gesun­den Vernunft einsehen, und je rechtschaffener er wünschen wird, durch die Erfüllung seiner blos natürlichen Pflichten , glücklich zu werden , desto mehr wird er die weitere Entwickelung und Fortsetzung derselben m der christlichen Religion suchen und-.sschen. Er frage alSDenn sein Ge­wissen , ob er nicht geneigt ist ein Christ zu seyn, ob er durch bos­haften Witz noch ferner den Beyfall des gedankenlosen Advocaten sich zu erwerben suche.

Er unterscheide aber, wenn er seinen Endzweck erreichen will, das Wesentliche dieser christlichen Religion, von dem Zufälligen, von den Zicr- rathen derselben, mit welchen die Menschen spielen. Er setze nicht auf die Rechnung dieser, Gott und des Menschen würdigen , himmlisch schönen Religion, was ihm in der catholischen , die ihn erzogen hat, widerspre­chend und unbegreiflich ist. Denn vieles, was der päbstliche Stuhl glaubt, nehme ich selbst nicht an, ob ich gleich nur Der Küster zu Ferney bin. Aber dennoch bin ich ein Christ. Weil ich selbst ein Deist war, und her­nach, durch natürliche Theologie, heitere Begriffe bekam, glaube ich auch die christliche Religion, aber ich glaube sie mit Vernunft.

Die Zeit ist kurz, Voltaire! Du bist dem Tod und der Ewigkeit nahe. Willst du nicht bald vernünftig werden, sondern noch immer la­chen,