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<k den Menschen einen blinden Zufall übergeben, und ihn in der Welk her­umstolpern lasse, ohne einigen andern Führer als der blinden Vernunft? Der natürliche Trieb ist bei den Thieren jederzeit richtig, und lehret ihnen treulich wem sie folgen und was sie vermeiden müssen : Aber unser Ver­stand we»ß selten was gut ist, und würde uns oft ins Verderben führen, wenn nicht die Fürfehung ins Mittel träte. Wären wir unsere eigene Ver- zorger, so würden wir alle unglücklich fein: Wir würden so wie jene be­trogene Geschöpfe, welche den Jupiter um die Veränderung ihres Zu­standes angerufen hatten, unsere eigene Wahl bald bereuen, und den Lüm­mel anfleben, das, was wir doch so sehnlich gewünscht, wieder von uns zu nehmen.

Was die Glückseligkeit überhaupt anlanget; so kann niemand leug­nen, daß der Himmel in Auscheilung derselben eine genaue Gleichheit beob­achtet. Niemand ist so elend, der nicht einige Güter erhalten, fürwelchs er Ursache hätte den Himmel zu danken: Und niemand ist so glücklich, der von allen Kummer völlig frei wäre. Die nützlichsten Dinge des Lebens sind allen gemein. Die Sonne ertheiler einem jeden ihren gütigen Einiluir und ihr erquickendes Licht: Sie bestrahlet und erwärmet die niedrigsten Hütten eben so, wie die prächtigsten Palläste. Der geringste Bauer ge­nießt der erfrischenden Luft in eben so grofer Maße, wie der erhabnere Monarch. Der fleißige Handwerksmann befriedigt Die Forderungen der Natur mit eben so grosen Appetite, als der größte Verschwender und Eprkurer. Und der einfaltme Tagelöhner schmeckt das Labsal des Schlafs eben so reichlich, als der tiefsinnigste Gelehrte; oder als Der größte unter den reichen Müßiggängern.

Was aber das sogenannte Glück und Unglück bekrist; so ist die un­sichtbare Kette der Ursachen und Würkungen der vergangenen, gegenwär­tigen und zukünftigen Dinge bloß in Den Händen des ewigen Wesens - Und wir wissen, daß dieses ewige Wesen unendlich gerecht, gütig, weile und mächtig: Ja wir wissen jugleich, vaß dasselbe niemals wieder di - seine anbetungswürdig« Eigenschaften bandele; so seltsam und unbe-millich UNS Die Dinge auch immer scheinen mögen. 1

Laßt uns daher zufrieden sein mit der Regierung des allweifen Got­tes: Laßt unö m tiefster Demuch alles annehmen, was er über uns ver­hänget :