i iS Wochenblatt-
Ich weiß es wohl, man wird mir den Einwurf machen: Diese Meinung zernichte den freien Willen der Menschen , und setze zum Grunde, daß so wohl das Böse als das Gute von Gott den Ursprung nehme. Wie leicht könnt ich aber zeigen , daß, unter der unumschrenkcen Regierung eines allweisen Wesens zu stehen, eine rühmlichere Freiheit sei, als wenn man bloß der schwachen Vernunft, diesem unbeständigen und blödsichkigen Führer, überlassen ist? Ja wie leicht könnte ich darthun: Essei ungereimt zu behaupten, daß etwas wider den Willen einer allmächtigen Mache geschehen könne: Allein ich habe einmal den Entschluß gefaßt, mich in keine Streitigkeiten, sie mögen Namen haben wie sie wollen, einzulaffen. Ich will einen Versuch thun, die Menschen geruhig und geduldig in ihren Unglück zu machen; und sie zur Dankbarkeit für den Segen des Himmele, und zur Zufriedenheit mit den ihnen bescherten Theil zu bewegen. -
Es tragen sich täglich in der Welt tausend Begebenheiten zu , ohne daß wir dafür gesorget, oder nur einmal daran gedacht: Tausend andere entstehen so gar wieder unsere Absicht und Hofnung : Unsere Anschläge, die wir so klüglich ausgesonnen, die wir für untrüglich dielten , und auf deren Ausführung wir den größten Fleiß wenden, mißlingen dennoch und werden zu nichts. Niemand kann dieses leugnen: Eine kleine Aufmerksamkeit kann einen jeden davon überführen. Ist denn aber dieses nicht ein deutlicher Beweis, daß wir unter der unumschränkten Gewalt einer gewissen hühern Macht stehen, die alle Dinge nach ihren Wohlgefallen einrichtet, ordnet und füget; und von der alles was sich zuträgt lediglich abhanget? Und muß nicht aus dieser Ueberzeugung eine vernünftige und wohlge- aründete Zufriedenheit entspringen? Was kann unsere Ruhe stöhren,wenn wir betrachten, daß diese allmächtige Macht zugleich allgütig ist; und daß die gewisse Folge aller Dinge, die uns zustoßen, sie mögen auch so wunderlich scheinen als sie wollen, dennoch unsere Glückseligkeit sei? Solle dieses nicht zulänglich sein uns in Armuth, in Kummerund Trübsalen zu trösten? Solle dies uns nicht bewegen, uns mit Freudigkeit den Fügungen des -Höchsten zu unterwerfen, und alles in die Hände einer so gütigen und allmächtigen Gottheit zu stellen, von der wir überführt sind, daß sie sich die Glückseligkeit aller ihrer Geschöpfe zum Ziel gesetzt, und weit besser, wie wir wissen, was uns gut und nützlich?
Müßten


