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rso wochenblattz,

Eiti guter, frommer, ehrlicher, gewissenhafter, tugendhafter, exem- planlcher Mensch/ verdient, als Mensch/ alles Lob, und erwirbt sich eine ansehnliche Stelle in jenem Leben; aber bey allen seinen rühmlichen Ei­genschaften kann er ein sehr unnützes Mitglied des Staats seyn , wenn er nicht auch zugleich ein guter Bürger ist. CS ist, zum Beispiel, möglich, daß er nur immer mit sich, und mit seiner eigenen Seelenführung beschäf­tiget ist, bloß einen spekulativischen Wandel führt, und seinen Mitbür­gern weiter nichts Gutes erzeuget, als daß er für sie betet; daß er daher für die bürgerliche Gesellschaft in äußerlichen Gegenständen und in den Be­dürfnissen dieses Lebens hienieden ganz unthäkig wird ; daß sein Eifer für das Ewige die Bürgerpflichten gänzlich verdrängt, und selbst, wenn vol­lends unrichtige Begriffe hinzukommen, eine Geringschätzung derselben ver­ursacht, vielleicht auch veranlaßt, daß der frömmste Mann den Gehorsam bey Seite setzt, den er seiner ordentlichen Obrigkeit schuldig ist, indem er unrichtige Folgerungen zieht aus dem an sich wahren Aussprüche: Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen.

Mit einem Worte, man kann zugleich ein sehr st-mmer Mensch UNd ein sehr schlechter Bürger sepn.

Unsere Geistlichkeit soll gute und fromme Menschen bilden. Der Regent und seine Policey wollen außerdem auch gute Bürger haben.

Zu einem guten Bürger erfordere ich GekMfam , Patriotismus, Kanntmße und Industrie — alles von allerley Art, und vorzüglich so, wie man es in dem Staate, von welchem die Rede ist, vorzüglich nö- thig hat.

Es giebt einen allgemeinen Gehorsam: du sollst unterthan seyn der Obrigkeit, die Gewalt über dich hat!

Einen allgemeinen patrioeismum: oder Liebe und Eifer für die Erde, welche uns gezeugt hat, oder, auf welcher wir wohnen, für die Verfassung, in welcher wir leben, und für die höchstmöglichste Vollkom­menheit der Gesellschaft, von welcher wir Glieder sind.

Allgemeine Ranntniße/ ohne welche ein Mensch nur ein Thier wäre - Kännmiße seiner selbst und der nothwendigen Pflichten, Kännt- niß