Ausgabe 
8.11.1774
 
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Z5<l w-chenblatt-

Diejenige Religion, welche am meisten geduldet wird , macht drey Hauptsekten aus, nemlich die Sekte des Lost - fu-tze, die des oder Fohe f und die des Laokium.

Der Name ConfuciuS, oder besser: Con-fu-tze, ist der europäi­schen Nation, als ein berühmter Name bekannt. ES wird der Mühe werth seyn, die vornehmsten Züge dieses berühmten Philosophen seiner Zeit herzusetzen. Er wurde ohngefähr fünfhundert und zwanzig Jahre vor Christi Geburt zu 2Kto Feou hrerr gebohren). Schon in seiner Jugend zeigte er einen großes und tlefourchschauenden Verstand. Er war allezeit ernsthaft und bescheiden; und dieß erwarb ihm eine allgemeine Hoch­achtung. Seine ganze Zeit widmete er dem Studium der Philosophie und hauptsächlich der Moral Bis in sein neunzehntes Jahr lebte er ganz allein. Endlich entschloß er sich zu heurathen , und zeugte in dieser Ehe einen Sohn Namens Pe yu der in seinem fünfzigsten Jahre starb. Die- 1er Pe yu hinterließ einen einzigen Sohn der sich ganz der Philosophie seines Großvaters widmete. Eon.fu-tze ließ sich aber bald von seiner Frau scheiden, weil dieser Stand seinem anhaltenden Studieren nicht vor- theilhaft genug war. - Nachdem er sich eine weitlauftige Kenntnisse in der Philosophie erworben hatte, fieng er an seine Einsichten Andern mitzuthei- len. Er unterrichtete; - aber er drang nicht seine Lieblingsmeynungen Andern, als. ausgemachte Wahrheiten auf, sondern er legte sie einem jeden zu näherer Prüfung vor. Gegen die einmahl eingeführte Religion betrug er sich sehr vorsichtig, und verdammte nicht gleich denjenigen, der anders dachte, als er. Er durchreiste ganze Provinzen und lehrte das Volk Tu­gend und Rechtschaffenheit. Con-fu tze erregte hierdurch noch mehr die Aufmerksamkeit des Volks, man redete überall von seiner ausgebreiteten Gelehrsamkeit, - kurz, man fieng an , ihn für den zu halten, der er pürklich war. Die Regierungsart des Reichs nwrm den elendesten Um­ständen. Man erhob ihn zu verschiedenen wichtigen öffentlichen Aemtern. - Eon-fu-tze nahm sie auch an, weil er glaubte, daß er alsdann seine Proe jecte fowol in Reformirung der Religion, als auch des Staats am besten agsführen könnte. Er verwandte alle Zeit und Kräfte auf Staatsangele­genheit n

*).Die Zeit, wenn Con-fu-tze gebohren fey, kann nicht genau angegeben werden. Viele sind der Meynung, er sey 551. Jahr vor Christi Geburt im Königreiche Lu gebohren. Man sehe trucktri inflitt, hiß, thihj^h ' ' tdit, 11« *