WöchnMate 15
<r mich mit sich nach Medina- Er gab mir ein besonderes Zimmer in feinem Palast unD ließ mich durch feine eigne Sklaven bedienen. Meine Speisen bekam ich von seiner eigenen Tafel und aus feinem Schatz bekam ich wöchentlich Summen, welchs selbst die grösten Einbildungen meiner Erwartungen überfliegen. Aber bald fand ich, daß auch die niedlichste Gerüchte nicht so schmackhaft seien, als die niedlichsten Speisen , wozu Arbeit uns Appetit erweckt; daß kein Schlaf so fuß sei, als derjenige, der auf Ermüdung folgt, und daß keine Zeit für uns erquickender fei, als diejenige , oa man die Belohnung seines Fleises erwartet. Mit Verdrus dachte ich an jene vergnügte Stundeu zurück. Allein da ich mich nun mit allem Ueberfluß umgeben sähe, so konnte ich mich doch nicht fassen, so sehr er auch meinem Leben beschwerlich war, daß er mir so geschwind entris- fen wurde.
Mitten in dem Flor seines Reichs und in seiner blühendsten Lebenszeit starb Almalick plötzlich im Bad. Dies war daß Schicksal, welches über Älmalrcks Haupte beschlossen war. - Sein Sohn Aububekir/ der ihm in der Regierung nachfolgte, war durch einige wider mich aufgebracht worden, Die mich ehedem mit Neid und Verachtung angesehen hatten. Daher entzog er mir auf einmal meinen Gehalt und ließ mich aus feinem Palast jagen. Diesen Befehl richteten meine Feinds mit solcher Scharfe auß, daß ich innerhalb zwölf Stunden auf Den Strafen von Medma lag, arm und von Freunden verlassen , dem Hunger und Dem Spott ausgesetzt mit allen meinen schwelgerischen Gewohnheiten und mit der grösten Demuthigung meineß Stolzes. =0 ! lasse eß nicht zu, Daß mich Dein Herze verachte, Du Der Du nicht durch Crfarung gelernt hast, waß eß für ein Elend sei, deßjenigen beraubt zu werden , Dessen Besitz doch keine Glückseligkeit gewahret! D daß doch diese Lehre für mich nicht auf Den Tafeln Der Vorsehung wäre geschrieben gewesen! Ich bin von Medma nach Mekka gereißt, allein vor mir selber kann ich nicht fliehen. Wie so sehr verfchieden sind doch Die Zustande, Die mich betroffen haben ! Daß Andenken von beiden ist schmerzhaft für Mich, Denn von keinen kann ich die Reizungen wieder zurückrufen.
Auf solche Art endigte Mfan feine Geschichte, schlug seine Hande zusammen, sah' gen Himmel und weincte laut.
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