Ausgabe 
8.3.1774
 
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74 Wocherrblar-r.

Hassan / sagte A, was kannst du Verlohren haben ; du dessen ,, Reichthum in der Arbeit Deiner Hande bestand? Und was kann dich be- h trübt machen , Da die Quellen deiner Glückftligkeitin deiner eigenen Brust n war? Sag es und steht es in meinem Vermögen dich davon zu befrel- en, so svM du glücklich feyn" dis flößte mir Muth ein ihn anzusehen und also zu antworten.

Verzeihe der Kühnheit deines Knechts, der ehe er Untteue hege- hen wolte, lieber wünschte auf ewig die Sprache zu verlieren. Durch den Verlust desjenigen , das ich nie besessen habe, bin ich elend worden. Du hast Wünsch- in mir erregt, die ich nicht würdig bin , daß du sie n in Erfüllung letzest. Allein wer sollte wohl gedacht haben , Daß derje- ii nige, der in seinem niedrigen Stand und in seiner Armuth glücklich ge- ii wesen ist, durch Reichtbumund Hoheit noch glücklicher zu werden nach- h ten würde?" Als ich ausgeredet hatte, war Almalrck einige Augen­blicke zweifelhaft: ich aber blieb noch ferner vor ihm liegen.

Hassan > sagte er, ich bemerke, zwar nicht mit Unwillen , son- ii dern mir Mitleiden gegen dich, Daß ich deinen Cbarackter verkannt ha- be. Ich enrdecke nun in deinem Herzen Geiz und Ehrsucht. welche ii blos daher in dir erstorben zu scyn schienen , weil ihre Gegenstände zu ii weit entfernt waren, als daß sie sie hätten in Bewegung setzen sollen. Ich kann dir d»her keine Gewalt erkheilen , weil ich mein Volk nicht fi gern der Bedrängung aussetzen wolre, und weil ich nicht wünschte genö- thigt zu werden, dich wegen solcher Laster zu bestrafen, welche ich dich ii zuerst auszuüben gereizt habe. Weil ich dir aber dasjenige geraubt ha- be, welches ich Dir nicht wieder ersetzen kann, so will ich doch wenig, stens Diejenige Wünsche erfüllen, die ich in dir erregt habe, damit ii mich dein Herz keiner Ungerechtigkeit beschuldige, und damit du dich ii selbst besser kennen lernen mögest. Stehe deswegen auf und folge ii mir."

.Schnell schwung ich mich auf von der Erde, als mit Adlersflügeln, und küßte den Saum seines Kleides in entzückender Danckbarkeik und Freude. Da ich aus meinem Hause heraustrat, freute ich mich so sehr, als ob ich den Zähnen des Löwen entgangen wäre. Ich folgte Dem Al- malrck in seine Herberge und sobald er seine Gelübde erfüllt hatte, nahm