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„ der ist auf Vernunft und Wohl gegründet, welches, wie mich dünkt, „ jederzeit mehr Mirleiden für die widrigen Falle der letztem, als der er- „ Ilern Art, erweckt hat. Die Betrachtung des Kummers von der ietz- „ tern Gattung erweicht das Gemüth des Menschen und veredelt fein „ Herz. Sie erstickt den Saamen des Neids und des Haffes gegen das „ menschliche Geschlecht, hemmt unfern Stolz welchen das Glück uns ein- „ fiößr, dämpft alleHitze und Uebermuth, die sich gewöhnlich der Seele „ des Kühnen und Glücklichen bemächtigen. "
Eben dieser Schriftsteller erzählt auf diese Betrachtung eine so rührende als unterrichtende Geschichte, die wir aus eben dem Grund hier dem Publikum aus dem Englischen übersetzt mittheilen wollen, so überstüßig es auch scheinen möchte, da sie schon ein unsterblicher Gellere *) so vor- treflich erzählt hat.
Cleanth und Lucmde aus alten und angesehenen Hausern in Cornwall unterhielten von Jugend auf gegeneinander die vorkreflichste und edelste Neigung. Da aber ihr Vermögen sehr ungleich war, so bemühten sich die Freunde und Anverwandten derselben ihre Liebe zu erstik- ken. Nichtsdestoweniger brachten diese wegen ihrer Tugend bekannte und von jedermann geliebte Seelen es durch wechselseitige Standhaftigkeit und Gehorsam gegen die, von denen sie abhiengen, endlich dahin, daß man ihnen erlaubte sich zu verbinden.
Aber sie genoffen nicht lange das Glück ihrer Liebe, so sähe sich Cle, anth genöthigt, sich den Armen seiner Geliebten zu entreiffen. Denn die Besorgung einer ansehnlichen Erbschaft, die zur Verbesserung ihrer mäsi- gen Umstände jetzo nicht überstüßig war, rufte ihn in ein fernes Land. Bey dieser Gelegenheit empfingen sie die Glückwünsche des ganzen Lands und unter denselben musten sie öfters den schmeichelnden Zuruf hören: Ihr sehet, wie treu die Liebe belohnt wird ’
Er trat die angenehme Reise an und schickte mit jeder Post neue Nachrichten von dem glücklichen Fortgang feiner auswärtigen Geschäfte, nach Hause. Ob er nun gleich mit dem nächsten Schis abzugehen beschlossen hatte, so beklagte er sich doch in seinem letzten Brief, daß er wegen
Geschäften
*) in feinen Fabeln und Erzählungen.


