3 l 8 WdLdmb!arr'
tig. Wir erzehlen uns denn allerhand Historien, erinnern uns unserer Im gendränke und freuen uns herzlich darüber. Wir vergnügen uns mit lusii. gen Spielen und lachen und küssen uns mühe, bis wir um 12 oder rUhr zu Bette gehen. Ich kenne Leute, welche in ihrer Einfalt behaupten, daß man sich des Adenos nicht mit Essen und Trinken überladen , zu rechter Zeit, das heißt bey ihnen um 10 Uhr zu Bette gehen und des Morgens mit Anbruch des Tages wieder ausstehen solle; denn, sagen sie, so werden wir des Morgens munter und zur Arbeit geschickt sevn. Allein, was gehen uns ihre Arbeiten an. Ich danke Gott dafür, daß ich nicht arbeiten darf. Jä) war neulich in einem Hause, wo man des Abends nach einer sehr mittelmüßrgen Mahlzeit so moralisch sprach und so viele Anmerkungen Über das Sittliche der menschlichen Handlungen machte, daß ich ganz verwirrt wurde. Ja! ich hörte, da ich schon auf meiner Stube war, im ganzen Hause singen, als wenn ev in der Kirche wäre. Ich fragte den folgenden Lag: ob man hier alle Tage bettelte? Unser wunderlicher Wirth sagte: er bete zu Gott, damit er nicht bey Menschen betteln dürfe, die zuweilen schlimmer wären, als Teufel.
Nachdem ich überhaupt diesen kleinen Abriß von meiner Denkungs- und Lebensart gemacht habe; will ich inskünstige einige besondere Maximen sammlen, welche ungemein brauchbar sind, und wofür die Leier ihr Geld nicht ohne Nutzen ausgeben werden. J
Academifche Nem'gker'teri.
Den Een und Een September waren bey hiesiger hochlöbs Universität feierliche Tage. Zwey Gelehrte Frankfurter, Herr lobann Isaac Hofmann, und Herr Philipp Carl Diehl / betraten tu Erlangung des Doctorhuths unter Vorsitz des Herrn Geheimenraths und Vicecanzlars Loch den juristischen Cakheder und handelt die Hofmanni- sche Dissertation de Creditore hypothecario liciratore in fubhaftatione hypothecae non excludendo, 41 Bogen, die Diehlifche aber de Ci- tatione edittali cautiom ab heredibus peregrinis praeftandae furro- gata. 5 Bogen.
Eiri-


