Ausgabe 
3.5.1774
 
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Giesser

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M^HochfünA. Hcsftn Lar»,stLdnsch-r gnädigster Eriaubnili.

Achtzehentes Stuck '!|1 Dienstags den i- May >774.

Mein Herr/

cv* habe alle Ihre Blätter mit Vergnügen gelesen, und gefunden, daß 3 f Sie die Dinge, die sich im gemeinen Leben zutragen , in ein belle» <\J jj4)t fttzen. Dies beweget mich Ihnen meinen itzigen seltsamen Zu- «and m erifnen. Ich kam in Die Welt in jenen frohen Tag , Da nicht» al» RteuDe und Lustbarkeit herrschten , nemlich in Dem sechzehn hundert und «in und sechzigsten Jahre: Und aus meinen itzig-n Schreiben können Sie keblietzen, daß ich bisher gelebt und noch lebe. Mein Vater war ein Mann aus ansehnlichem Geschlechte: Er verheirathete mich, als ich etwa zwanzig °Labr alt, an einen Edelman aus einer benachbarten Grafichaft »on mittel, «äßgen Gütern, und gab mit einen mittelmäßigen Brautschatz mit. Ich wurde bald eine glückliche Mutter non einen hofnungsvollen Sohn. Dieser bat auch viele Jahre nach einander mir alles errotelen, was cm Kind seiner Mutter schuldig. Allein seit einiger Zeit, Da er vielleicht weiser geworden, «well keine Jahre zugenommen, (lebet er mich an , als wenn ich ihm einen Th«! feinet Güter entzöge: Er glaubt die kleinen Leibrenten , Die mir 51 ^meinem nothdürstigen Unterhalt vermacht sind , beraubten ihn des lieber. «uffeS Daher hat et feine gewöhnliche kindliche Ergebenheit gänzlich ai> 'neleat, und redet nichts mit mir als dieses: Er möchte gerne wissen, w is ö S ich