Wochenblatt W
umgehen । und auch in dieser Absicht mit Maria sagen kann: Mein Geist freuet sich Gottes meines Heilandes." -
Nirgends zeigt sich die Gemüthsruhe des Andächtigen stärker, als in den Umstanden, da Trost am meisten nöthig ist - im wirklich vor* handnem Elende, oder bey bevorstehender Gefahr, oder in der L.ooesnoth. Wer hier Muth behalt, der hat gewiß einen sichern Grund der Freudigkeit. Und wer sind diese Glückseligen?
Die Leichtsinnigen, die sich nie nach dem Unterrichte der Religion mit Gedanken von der Allmacht, Weisheit und Güte Gottes , von der Erlösung Jesu Christi, und dem ewigen Leben ernsthaft unterhalten haben , sind eS gewiß nicht. Ihre eingebildeten Trostgründe, denen sie viel zutrauen, so lange sie glücklich und gesund sind , verlieren alle Kraft der Beruhigung, wenn sie dieselbe im Unglücke und auf dem Sterbebette beweisen sollen. Die Erfahrung ist hier ein unleugbarer Beweis.
So ist nicht der Christ, wenn er leidet und stirbt. Er hat oft mit Ueberzeugung und Lebhaftigkeit die trostvollen Wahrheiten der christlichen Religion gedacht:
Gott regiert die Welt, nichts ist so geringe/ das nicht unter seiner Anordnung oder Zulassung stehe. Er hat auch die Haare auf meinem Haupte gezählet. Er hat auch mein Glück und Leiden abgewogen, und meiner Tage Ziel festgesetzt. Er ist durch Iesum auch mein Vater und Erbarmer. Er hat es auch mir versprochen: mich nicht zu verlassen, für mich zu sorgen und alles zu meinem Besten zu lenken. Er will mich endlich erlösen x>on allem Nebel und aushelfen zu seinem himmlischen Reich. Ich bin gewiß / er kann und weiß die Seinen aus der Versuchung zu erlösen.
Diese Gedanken, die ihm durch die öftte Wiederholung ganz eigen- thümlich werden, entstehen gleich in seiner Seele, wenn ihm eine Gefahr drohet, oderein wirkliches Leiden schon kranket. Er hat sich von ihrer Wahrheit überzeugt, nun beweisen sie ihre Kraft an ihm. Sie bewahren ihn, wenn er auch sehr betrübt ist, vor Unmuth und Trostlosigkeit, und helfen ihm, seine Bettübniß nach und nach zu besiegen. Sie machen
B b r. . ihn


