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4vr Wochenblatt'

ser allgemeine Bewegungsarund nicht in ihnen befände, so würden sie sich weder auf irgend eine 2lrt wirksam erweisen noch ihre Handlungen regel­mäßig einrichten. Die Eigenliebe, die Liebe zu und selbsi und unsrer-Voll* kommenheit ist, wie ich schon gesagt habe, die erste Triebfeder, die allge­meine Bewegursache aller unserer Handlungen; allein wir Haven bey ver­schiedenen Gegenständen eine Menge besonderer und Nebenbewegursachen, je nachdem sich uns drese Gegenstände darstellen, entweder als Vollkom­menheiten, welche zu unserer Glückseligkeit etwas beytragen können, oder als Unvollkommenheiten, welche uns Verdruß und Unruhe erwecken. Von der Verschiedenheit dieser Bewegursachen und des verschiedenen Ein­drucks, den sie auf uns machen, entstehet die Verschiedenheit des Gefühls und der Gemüthöverfaffung. Diejenigen Personen, welche die Pflege ih­res Leibes und die Bequemlichkeit des Lebens zu ihrem Hauptaugenmerk machen, die sich wenig oder nichts um dasjenige bekümmern, was,ihren Nebenmenschen Wichtiges begegnet, dergleichen Leute sage ich, sind ei­gennützig, voll von einer übel verstandenen Eigenliebe, und von denen man mit R'cht sagen kann, daß sie sich nur selbsten lieben. Die, welche den Reichthum als das allerkostbarste Gut, welches man nur immer besi­tzen könne, betrachten, sind Geitzhalse; und so verhalt sicbs auch mit den übrigen. Ihre Empfindungen |iao niedrig, so niedrig als die Bewegursa­chen, welche ihre Handlungen beleben. Diejenigen im Gegentheil, deren Geschmack viel reiner, edler und erhabner i|t, welche in sich Stärke und Muth genug fühlen, um sich über die knechtische Furcht zu schwingen, welche die Armuth der Schmerz, die Unqemachlichkeit, denen niedrigen Seelen pfleget insgemein einzuflösen, welche beyder wahren Vollkommen­heit ihres Geistes empfindlich gerühret, nichts erhabners erkennen, als sol­che Handlungen zu verrichten, welche einem Wesen , dessen Natur so für* treflich, angemessen sind, und welche davor halten,'daß z. E. sein Leben der Gefahr aussetzen, ja dasselbe für das Vgterland aufopfern , einem Dürftigen helfen, Handlungen von dieser An Pud. Dieses sind edelmü, thige, uneigennützige Personen. Ihr Gefühl ist schön, erhaben und edel. Allein wer bemerket nicht, daß es aus dem Grunde der Eigenliebe herkom- me; von derjenigen Liebe, welche uns unaufhörlich antmbet, aus allen Kräften dahin zu arbeiten, um die Vollkommenheit unsers Wesens zu be­fördern? Das Vergnügen, welches man bey einer großmüthigen Hand­lung empfindet, ist gewiß hiervon ein deutlicher Beweis. Wenn ein Grosmüthiger nicht glaubte, daß diese oder jene Handlung seiner Voll­kommenheit