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Misbrauch, von welchem ich hier rede, wohl der Aufmerksamkeit der Obrig­keit würdig. Die meisten Bauerweiber leiden, wenn sie ihre Kinder zum erstenmale anlegen, fast eben so starke und weit anhaltendere Schmerzen, als bey ihrer Geburt. Es giebt einige, welche sie sechs Wochen hmt urch fast bey jedesmaligenAnlegen erdulden, und welche Eycerbeulen in die Brü­ste bekommen. Es giebt viele, welche nur auf einer Seite tranken können. Man glaubt, diese Schmerzen waren natürlich, weil sie allgemein sind, und weil man die Ursache nicht suchet.

Die Weiber unvernünftiger Thiere erfahren nicht dergleichen Zufalle, weil sie weder Wärterinnen noch Hebammen haben, welche ihnen zu war­ten rathen, und nicht eher anzulegen für gut halten, bis nach verßoßnen vier und zwanzig Stunden nach der Geburt. Die Zungen der Thiere blei­ben dey ihren Müttern , und saugen beynahe gleich nach ihrer Geburt; die Mutter giebt es ihnen natürlicher Weise zu, und alles geht gut. Will man wissen, woher es kommt, daß Frauen leiden müssen; so darf man nur die Jungen der Thiere, so bald sie gebohren sind, von ihrer Mutter nehmen, und sie ihr erst in vier und zwanzig Stunden darauf wiedergeben; Man wird alsdenn sehen, was der Mutter, und den Jungen daraus ent­springen wird.

Kinder wollen,'so bald sie gebohren sind, saugen, aber man achtet dar­auf nichts: Man glaubt, daß man in diesen ersten Augenblicken nicht Milch habe, weil Die Brüste noch nicht angeschwollm sind Man wartet, bis sie sich dergestalt angesammlet, daß sie die Haut ausdehnet. Die Elasti- citat und die Biegsamkeit der Warze vernichtet, welche das Krnd alsdenn nicht mehr ganz in den Mund nehmen kann, um zu saugen. Man war­tet so lange, bis sich die Milch zusammen gehäufet, und in der Brust zusammen gelaufen sey, und endlich den langen Aufenthalt daselbst Ent­zündung gemacht habe: Man wartet endlich bis sie verdorben, dick und gelbe wie Eyter fei), um sie alödenn dem Kinde zu geben. Aus diesem schädlichen Verfahren entstehet es, daß ein Kind, welches nur mit Mühe die Warze ergreifen kann, der Mutter Schmerzen verursachet, wodurch diese alsdenn bewogen wird, es weniger anzuleqen. Die Ursache ihres Nebels nimmt zu, )e weniger sie es anleget: Es entstehen Eykerbeulen, welche zuweilen in Krebs übergehen. Das Kind sauget eine blos verdor­bene Milch und Blut aus der Brust, wodurch es eine Nahrung erhalt, welche den Stoff verschiedener Krankheiten . die bald früher bald später sich zeigen, abgiebet. Man beraubet das neugebohrne Kind des gelinden Pur- gier-