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waren oben mit glänzenden Spielwerre gezieret, welche etwa ein schönes Haus, einen Anzug Juwelen, eine mit sechsen bespannete Kutsche undwaS dergleichen mehr ist, vorstelleten. Plutus und Cupido waren sehr geschäftig diese Kuchen (welche alle mit dem Worte Ehestand bemerket waren, und Brautkuchen hiesen) an verschiedene Personen auszutheilen , welchen eine freie Wahl, nach eines jede» besonder« Absicht und Neigung, erlaubet wurde.
Ich sähe viele zu dem Altäre eilen, welche alle auf eine verschiedene Weise mit ihrer Wahl zufrieden waren. Einigen schienen die Kuchen von so angenehmen Geschmacke zu seyn, daß sie sich einbildeten, sie würden, nimmer satt davon werden; da andere, welche sich dieselbe im Anfänge gut hatten schmecken lassen, sie in kurzer Zeit hernach für ungesalzen und unschmackhaft erkläreten. Bei dem allen muste ich wahrnehmen, daß eine grössere Anzahl, besonders von Standespersonen, sich zum Plutus als Cupido wandte.
Nun trat ein junges Paar hervor, und meldetMch bei tzem Cupido an, mit Begehren ihnen einen Kuchen in der Gestalt' eines mit Pfeilen durchschossenen doppelten Herzens zu reichen: wie sie es aber eben unter sich theilen wpllten, wischte ein alter Sauertopf hervor, welcher, wie ichmer- kete, des Mädchens Vater war, brach den Kuchen entzwei, und zwang die Jungfer sich einen andern gefallen zu lassen, welchen Plutus ihr aussuchte, und in vergüldeten Pfefferkuchen eines galanten Herrn Figur vor- stellete. Hierauf kam ein alter Geselle von zwei und sechzig Jahren, welcher von der Börseweggeschlichen war, zum Altäre, und schien nach einem Kuchen sehr begierig zu seyn. PlutuS, der ihn gleich beim ersten Anblicke erkannte, bot ihm alsodald einen an, welcher zwar sehr schimmelicht und grob, aber dabei über und über vergüldet war. Allein wie groß war fein Erstaunen, wie er sähe, daß der alte Mann denselben ausschlug, und sich bei dem Cupido einen Kuchen von der zierlichsten Gestalt, und den süssesten Ingredienzien, so gut er auf dem ganzen Altäre zu haben wäre,aus- bat. Der kleine Gott wies ihn anfänglich zornig zurück, verkaufte ihm denselben doch hernach für ei'ne grose Summe Geldes. Dieser Vorfall setzte mich in ein unbeschreibliches Erstaunen; ich lernete aber gar bald, daß solches gar etwas gemeines in diesem Tempel wäre. Ich wurde nachhero sehr geärgert durch die vielen Exempel, welche mir vorkamen, von solchen niedlichen


