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wschenblare 259

niedlichen Bissen, die zum Verkauf aufgesetzet wurden; und ich sähe, daß ihr Preis eben so stieg und fiel, wie der Preis des Rmd. oder Schaffler- sches, nachdem der Vorrath auf dem Markte groß oder klein lst. Be­sonders verdroß mich die Art und Meise, wie die zwei folgende zugeschla­gen wurden. Es näherte sich ein junger Herr mit einer Dame dem Altä­re, welche sich vereiniget hatten einen Kuchen von ungekünstelter Figur aber feinestem Geschmack, worauf die Worte, Liebe und Auskommen ge­druckt waren, unter sich zu theilen. Aber eine Person von Stande, wel­che hervortrat, überredete das falsche Frauenzimmer sich mit ihm zu verbin- den , und vom Plutus einen glanzenden Leckerbissen, gemerket , srnmakeit und einträglicbe Güter anzunehmen. Eine andere Dame kam mit einem Ritter von Bath, und ließ sich eines Kuchens mit einem rochen Bande gelüsten, welcher gleich einem Wimpel darauf flatterte. Sie ließ sich aber durch einen Herrn von grösserem Range und Stande bewegen einen ansehnlichen Kuchen, welcher mit einem blauen Bande unv Grafenhute prangete, anzunehmen.

Diese wurde abgelöset durch eine lustige Dame von verliebten We­sen , welche inständig um einen Kuchen anhielte. Sie hatte schon vorhin verschiedene bekommen, welche nach ihrem Munde gewesen, und ihren Ge­schmack so ausnehmend vergnüget hatten, daß sie, so bald sie mit einem fertig geworden, allezeit um einen andern bei Cupido Ansuchung gethan. Sie ergriff jetzo ihren Kuchen mit grosern Entzücken , und begab sich mit demselben in einen Winkel. Ich konnte gar eigentlich sehen, wie gefräßig sie das zarte Bislein hinunter mummelte, ob sie wohl bei dieser Schmau­serei schon reichlich sechs und zwanzig Zähne verschlissen hatte. Nach ihr kam eine alle Dame zum Altar gestolpert, welche von einem jungen Put­schen in einem rochen Rocke, mit einem Achselbande, unterstützet wurde. Plutus gab ihm einen verlegenen Kuchen, worauf das Wort Leibge- dinge mit grosen güldnen Buchstaben gedrücket war, welchen er mit eini­gem Widerwillen hinnahm, mitlerweile die alte Dame dem Cupido, der seine Augen von ihr abwandte, einen andern hitzig aus der Hand r-ß, auf welchen ich das Wort Thorheir ganz deutlich lesen konnte.

Hierauf tummelte sich ein reicher, rostiger Junggeselle vom vorigen Jahrhunderte durchs Gedränge, und sührete ein rothbackigtes Bauern Mädchen von 19. Jahren mit sich. Wie er sich dem Altäre näherte, be-

K k r gegnete