Giesser
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ocheilblatk.
Drey und Drüsigstes Stück.
Dienstags den -7» August i?7$.
Mit Hochfürstl. Hessen Larmstädtischer gnädigster Erlaubnis.
Ein Traum vom Heiraehen.
gWht letzter PostWam ich von meinem Vetter Dsrfling die Nachricht *UV von seiner Äm-eirathung mit einer meiner Nichten. Das neue Ehepaar sandte mir, nebst ihrem Complimenre, zugleich ein groseS Stück des Hochzeitkuchens, dessen Tugenden keinem Mädchen von dreizehn Jahren unbekannt sind. Ich habe nie vorhin ein dergleichen angenehmes Hochzeitsgeschenk erhalten. Ich war derohalben mit diesem Zeichen der Ehe so sehr eingenommen, und es erweckte in meinem Gemükhe so viele Betrachtungen über die Glückseligkeit des Ehestandes, daß eS (ungeachtet ich es nicht einmal unter das Küssen geleget hatte») folgenden Traum ver- anlaffete:
Ich fand mich in der Mitte eines weitlaustigen Gebäudes, welche- von verschiedenen Personen beiderlei Geschlechtes wimmelte, und ließ mir sagen, daß es der Tempel deS Ehegorees wäre, und daß jedermann, welcher Lust hakte dieser Gottheit zu opfern , eingeladen würde vor einen grosen Altar zu treten, welcher mit einer Menge Kuchen von verschiedener Figur und Ansehen bedecket war. Einige hatten die Gestalt der Herzen, andere waren als LiebeSknoten zusammen geschlungen. Einige waren mit Zucker bestreuet, und umher mit Conseet bestecket; einige waren vergül- bek; einige hatten das Gepräge von Grafen-und Fürstenhüten; einige
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