Wochenblatt. iy
Fleiß, verstehen zu^kernen. Ich lasse es gelten , daß man diese Att deS Witzes schätzet: ich kann es auch wohl leiden, daß man solche Dinge in Schriften vorträgt: aber ich halte es für höchstschädlich, wenn dergleichen Einfälle sogleich in die Lehrbücher kommen, und zur Grundlage von wichtigen Wahrheiten gebraucht werden, welche tieseib'ige doch 'nicht""tragen kann. Der Anfänger der die Philosophie nur als eine Hülfswissenschast ansicht, welche er zum Gebrauch in andern Wissenschaften erlernen will, wird bestürzt, wenn er in einen solchen feen Pallast geführt wird, der doch so bald wiederum verschwindet. Hat man auch alles endlich mit unsäglt- cher Mühe gefaßt, und vielleicht manche andre unentbehrliche Wissenschaften, der Sprachen nicht zu gedenken, darüber persäumt, so hat man noch die zweyre Arbeit für 'sich. Man Muß alles noch einmahl durchgehen, und das falsche und unbrauchbare wieder absondern, wo nicht vergessen, doch wenigstens bey seit setzen, wenn man seine erlernte Wissenschaft nun würk- lich anwenden will. Und wofür hatte man sich dann so lange mit Viesen Dingen geplagt? War daö für den großen Haufen der Studierenden nun der Mühe werkh, daß er jetzo klar und, deutlich ein sieht, daß die Helfte von dem, was er erlernt hatte, ihm ganz unnütze Ist? °Es ist in der That ein sehr trauriges Schicksal, daß man Sachen bloß deswegen mit Mühe erlernen muß, damit man am Ende einsieht, daß sie falsch , oder unerwiesen, oder wenigstens unbrauchbar sind. Leute die Zeit genug übrig haben, und Neigung besitzen, alles durchzugrübeln, mögen sich immer mit solchen Sachen beschäftigen. Dieses kann sogar seinen guten Nutzen haben. Aber wer die Sache nur einigermaßen versteht/ und einsieht, wie viel andre in gleichem Grad nöthige Dinge ein junger Mensch zu erlernen habe, der wird die Nothwendigkeit einer Verbesserung , Einschränkung und Abkürzung der Philosophie für den großen Haufen der Studierenden bald eingestehen müssen.
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Academische Neuigkeiten
Unterm ersten dieses Monats haben Ihrs Durchlaucht, unser gnädigster Landeöfürst, dem Professor der rrrorgenkindjschen Spra- $ 3 chen


