h
Wochenblatt.
ligkeit unterrichtet, daß du kein Heid-, sondern ein Christ bist, daß Gott ohnabläßig durch seine Gnade an dir arbeitet, sind das nicht lauter Pro» den seiner erbarmenden Güte? Ich will es dir glauben, mein lieber Christ, daß eS dir unmöglich ist, die unübersehbare Reihe der göttlichen Wohl« lhaten zu berechnen. Wohlan, so bleibe nur be» einem einzigen Tag sie» ben. Berechne nur einmal die Wohlkhaken , die jeder Tag schon von selbst Mt sich bringt, das Licht, Vie Lust, die Speise, die Kräfte zur Arbeit, den Aufenthalt und die Verbindung , worauf deine Wohlfart sich gründet, die mannigfaltigen Abwechslungen, und Vergnügungen deines Lebens. U-bergehe selbst den Odemzug nicht, den du zu khun fähig bist. Allein vielleicht siehest du dies als eine Kleinigkeit an. Allein ist der Odem- rüg von welchem der Fortgang unseres Lebens abhänaet eine Kleinigkeit? In jeder Minute holest du über zwölfmal Odem. Gott schenkt dir also in jeder Minute über zwölf Wohlkhaken, deren jede so groß ist, daß ohne dieselbe nichkS eine Wohlkhak für dich seyn würde. Mit deinem Odem bewahrt Gott zugleich die Kräfte de« Verstandes und Willens und die Glieder deines Leibes. Wir wollen nur drüsig Kräfte unserer Seelen annehmen, die sie in jeder Minute äusert, und nach dem Urkheil der Aerzke sechstausend Theilgen unseres Körpers rechnen, die Gott jeden Augenblick erhalt, so werden wir erstaunenswürdige Wunder der Erhaltung Gottes entdecken. Denn zufolge dieser Rechnung hast du deinem Schöpfer mit ,-d-r Minute in Ansehung des Odemholens zwölf, in Ansehung der Kräfte des Verstandes und Willens drevsicr, in Ansehung der Theilchen des Leibes si-chsrausend Wohlthaten zu danken. Folglich schenkt dir Gott mit jeder Minute scchsrauscnd und zwey und vierter, und in ,-der Stunde, die du durchlebst, vierhundert und stchzigtau, send/ fünfhundert und zwanzig Wohlkhaken. Möchken doch diese Erfahrungen der Vorsehung Gottes einen starken und blcib-nb-n Eindruck aus dein Herz machen. Sie werden es khun, wenn noch nicht alle Triebe der Dankbarkeit au« deiner Seele vertilgt sind. Wenn du nur noch einige Empfindung von der Gröse der göttlichen Gnade und von deiner Un. wurdigk-it hast, so wird es nicht anders möglich seyn , als daß du dem Erhalter deines Lebens deinen Dank bezahlest. Um aber das Andenken an die Wohlthaten deines Gottes immer lebendig in deiner Seele ;u er» halten, so überrechne oft in Gedanken ihre grose Anzahl. Je länger du die. se Uebung forlsetzest, desto williger wirst du werden, den Herrn deinen
Gott


