Dienstags den r6. Marz. 177z.
Mit Hochfürstl. Hessen Oarmstadtifcher gnädigster Erlaubnis.
Erfahrungsproben der Vorsehung Gorees« *)
f ^ersuche es, mein Christ , die ungeheure Summe der göttliches Wohlthaten zu überrechnen, welche dir durch die Barmherzigkeit von dem ersten Augenblick deines Lebens , bis auf diesen gegenwärtigen jugefiossen sind. Kunst du die Sterne zählen ? Eben so wenig zählest Du die Wohlthaten eines einzigen Jahres. Und wo bleiben die Wohlthaten von 10 bis 80 Jahren? die Wohlthaten der Kindheit, die du vergessen, die Nachte, die du ruhig geschlafen , die Speisen und der Trank, womit du dich erquickt und gestärkt hast. In wie viel sichtbaren und unsichtbaren Gefährlichkeiten bist du errettet worden Wie oftmals hat Gott deinem Mangel abgeholfen und durch seine Gute deinen Unglam den beschämt! Kein Zufall ereignete sich, da nicht sein wachsames Auge dich bewahrt harte. Ein jeder Tag deines Lebens vermehrte die Summe der Wohlthaten. Die auf und untergehende Sonne erneuerte ftineGüte. Und wie manchmal mag Gott im verborgenen eine Noth abgeholfen, oder eine Barmherzigkeit dir erzeugt haben, die Du nicht eher als in der Ewigkeit erkennen wirst! Wo bleiben die Wohlthaten der Gnade! daß Du durch Jesum Christum erlöset bist, daß dich das Evangelium zur See, L ligkeit
*) Aus dem fürlreflichen Buch : Betrachtungen über die Werke Gottcs im Reich der Natur und der Vorsehung, auf alle Tage des Jahres.


