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Wochenblatt. 187

feinem HauSbuche. Er hielt mich fest, setzte seine Brille auf, und wollte mir mit Herlesung einiger Monalhe seiner Ausgaben ein angenehmes Stündchen machen. Weil ich in der Geschwindigkeit kein andres Mittel sähe, seinem unangenehmen Buchstabieren zu entgehen , so bat ich ihn, mir sein Hausbuch mit nach Hause zu geben, damit ich es mit Bedacht durchlesen könnte. Herzlich gern, Vetter! rief er, nehm erS mit! nehm ers mit! ich bin kein ehrlicher Mann, wenn er daraus nicht mehr lernt, als aus allen seinen Romanen und Historienbüchern. Nehm er ein Mu­ster davon, das sag ich ihm, und lern er sein Geld erst zehnmal umwen­den, eh ers ausgiebt. Der gute Mann schüttete noch eine ganze Menge solcher Moralen aus, und packte mir endlich, wie ich wegging, sein Haus­buch mit vieler Zufriedenheit in den Arm, und beschwor mich, es ja recht durchzusehen, und ihm meine Meinung davon zu sagen. Dieser Auftrag nötbigte mich, wie ich nach Hause kam, wenigstens einige Bllcke, in dieß sein geliebtes Tageregisier zu thun, um nicht ganz und gar fremd darin zu ftyn, wenn er mich vielleicht, wie ich vermuthete, nachdem einen oder andern fragte.

Ich schlug es also auf, und fand in der That so viel eignes darinn, daß ich nicht umhin kann, wenigstens eine von den Stellen anzuführen, bey welchen er mit seinen Anmerkungen fteygebiger als sonst gewesen war.

Donnerstags, den 19. Nov. 1767- Kalt Wetter! War auf dem Markt gewesen und ein Fuder Holz gekauft 3 Thlr. 8 Gr. Die Ohren waren mir vom Frost so rorh wie ein paar Krebsscheren. Meine Frau konnte eine runde Perücke, die ich sonst trug, nicht mehr leiden, und hat­te mir vor ein paar Tagen eine Beutelperücke ausgeschwatzt, die mir ehr­baren Mann ein sehr kahles Ansehn giebt. Ging in die Apotheke, nahm einen Schluck Bitter - a r Gr. NB. Saß etwas langer» trank noch eins - a r Gr Mit etwas Mara - s i Gr. Kam nach Hause,wuß­te nicht, daß meiner Frauen! Namenstag, Elisabeth war; fand einen gra­sen Kuchen auf dem Tisch, wofür mir abgefodert wurde - 20 Gr. Frau Gevattern Gertrude, kam um n Uhr, gratulirte meiner Frau zum Na­menstage, und zog einen rosenrothen damastnen Pelz, mit Hermelin auf­geschlagen, unter ihrem Mantel hervor. Meine Frau machte sogleich ein paar Augen wie ein Stoßvogel, fiel mir um den Hals, und schrie ganz entzückt: Ach, Männchen! sieh einmal! Ja, Frau Gevattern, fing die

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