Wochenblatt.
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nahm, sähe die Unordnung dieser Haushaltung , und die Untreue der französischen Bedienten fernes Herrn. Er ging zum Marschall. Ich sehe, sagte er , wie unverantwortlich ihre Leute gegen sie handeln, und ich fürchte, daß heut oder morgen diese Betrügereyen offenbar werden , und ich mit unglücklich werden könnte. Der Marschall gab ihm verdrüßlich zur Antwort: Stiehl mit, und laß mich zufrieden. Die Wenigsten sind im Stande eine solche Antwort zu geben, aber sie sind doch beynahe eben so unbesorgt für ihre Haushaltung, und bey genauer Untersuchung zeigt es sich nur gar zu deutlich, daß sie um dieser Ursach willen arm sind.
Wie wäre es, wenn man den Kaufleuten nachahmte, die ihreRech- nungsbücher haben, mit dem Ende des Jahrs sie schliessen, ihre Ausgaben, Einnahmen, und aussenstehenden Schulden berechnen, und so zu sagen, mit einem Blick den wahren Zustand ihres Vermögens übersehen? Wie, wenn in jeder Haushaltung, sie möchte so klein seyn, als sie wollte, ein Hausbuch gehalten würde, darinn alle Einnahmen und Ausgaben, die in einer Haushaltung Vorfällen, ordentlich und genau ausgezeichnet würden? Am Ende des Jahrs müste man alsdenn, mit strengen und unpartheyischen Augen, die Ausgaben betrachten , und wenn man fände, daß sie die Einnahme, wie leider heutiges Tages nur allzugewöhnlich ist, gar sehr übersteigen, so müste man auf die kräftigsten Mittel bedacht seyn, durch eine vernünftige Sparsamkeit die Einnahme mit der Ausgabe wieder gleich zu machen. Sollten meine Leser nicht Leute kennen, die einer solchen Ordnung ihren fortdauernden Wohlstand zu danken haben ? So wie wir alle welche kennen, die den Mangel einer solchen Ordnung, ihre Armuch zuschreiben müssen.
Ich habe vor einiger Zeit eine kleine Geschichte von einem solchen Hausbuche gelesen, die mich sehr angenehm unterhalten hat, und die mei, nen Lesern sonder Zweifel gleiches Vergnügen machen wird , wenn ich sie ihnen mittheile. Ein alter ehrlicher Bürger, ein Mann von einer ihm ganz eignen Laune, hielt sich ein solches Hausbuch , darinn er bey der Ausgabe, besonders nach seiner Art, allerley Umstände und Anmerkungen anzuhängen pflegte, die für ihn sehr wichtig waren, die er oft durchstu- dirte, und jedem der ihn besuchte, vorzulesen pflegte. Der Schriftsteller, dem ich diese Geschichte abborge, sagt: Dieser ehrliche Mann ist mein Vetter. Als ich vor einigen Abenden zu ihm kam, fand ich ihn eben über
seinem


