Wochenblatt.
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Strom in einer nähern oder größern Entfernung darunter rauscht, und nachdem ers findet, entweder fort oder zurückgeht; können wir dann glauben, daß es geschehe, ohne so zu schließen , wie wir in ähnlichen Fallen chun würden: Was ein Geräusch macht, fließt, was fließt, ist weich,und was weich ist, darüber kann man nicht gehen?
Es ist gewiß, daß die Thiere in ihren Werken alle unsere Kunst übertreffen, und doch wollen wir ihnen alle unsere Ueberlegung absprechen! Aber ercheilen wir ihnen hiedurch nicht wider unfern Willen einen Lobspruch? Gestehen wir dadurch nicht, daß die Natur gütiger gegen uns ist: indem sie dieselben gleichsam bey der Hand zu dem führet, was ihnen nöchig und dienlich ist, uns aber, uns selbst überlaßt, uns zu versorgen, und durch die Kunst zu suchen, was zu unserer Wohlfahrt nöthig ist ; uns sage ich, die wir oft nach aller unserer Pein nicht im Stande find , die natürlichen Nothwendigkeiten zu erreichen. Wie viel List und Spitzfindigkeit wenden die Thiere nicht an, sich vor uns zu retten? Und wenn wir sie ja endlich fangen, und zu unfern Diensten zwingen, oder sie nach unferm Belieben gebrauchen, so ist es nicht mehr, als was wir einer dem andern thun. Ja selbst in diesem Stücke handeln sie großmüthiger, als wir; denn kein Löwe macht den andern Löwen zu seinem Sclaven.
Es ist nicht weniger klar, daß Thiere eben so wie wir, unterrichtet werden können. Der Papagey, der Häher, die Elster und einige andere, lernen sprechen, und ihren Odem in Sylben und Wörter zu zwingen, welches von einer großen Aufmerksamkeit, Mühe und Fleiße zeuget. Die Hunde, wovon sich die Blinden leiten lassen, wenden gleichsam rechte Mühe an, ihren Pflichten ein Genüg- zu leisten; sie tragen alle Sorgfalt, ihre Herren vor den Karren und Kutschen zu verwahren. Sie stehen still vor den Häusern, wo dieselben gewohnt sind, Almosen zu empfangen, welches alles ohne Betrachtung, Nachsinnen und Vernunft kaum möglich zu senn scheint. Ueberdem kanu niemand leugnen, daß die Thiere sowohl, als die Menschen, durch die Zufälle, die ihnen begegnen , und durch die Erfahrung weiser werden. Ich will dieses mit des Thales Maulesel bestätigen Dreserwadete einstmals durchs Wasser, und stolperte mit einem Sack voll Salz. Er merkte, daß seine Last durch die Nässe leichter geworden. Wenn er nachgehmds durchs Wasser gienq , legte er sich je, Derzeit in Demselben mit seiner Bürde nieder. Der Weltweife erriech die
Ursache.


