Wochenblatt
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Weit recht empfindlich geahndet. „ - „ Ja und was noch mehr ist/ fiel Lubin hitzig ein, so habe ich meine Zuflucht zu ihm in der Hofnung genommen, daß er mein Freund, und ich am stchersten bey ihm aufgehoben fey. O! der Verrather! das hat er aus Cstersucht gethan.,, — Der Osficier wurde gerührt, er hob Lubin von seinen Füsten auf, und redete ihm und allen diesen Trost ins Herz: „ dir fey deine Frevheit geschenkt, um die gekrankte Freundschaft zu rächen. „ — Ein allgemeines Freuden- geschrey erhob sich zum Himmel; sie dankten Gott, und segneten den gnädigen Herrn Officier. - „Aber sagte er ferner, dieß ist noch nicht ge- nung, statt Lubins nehme man seinen Verrather zum Rekruten mit; alS Tambour wird er schon können untergebracht werden.,, Mir sichtbarem Vergnügen wurde dieser Befehl erfüllt, und Philint seines SchreyenS und Weinens ohngeachtet fortgeschleppt; der befteyte Luvin aber mit seiner Perette doch noch an diesem Tage unzertrennlich verbunden, und ihr Fest von den Aeltern und jedem Bewohner des Dorfs mit allen ländlichen Feyerlichkeiten und Freudensbezeugungen begangen.
AMITIE*.
„ greint) der erste Leibarzt der Königknn von Engelland, kam im „ Jahre 174z. als Depukirter von Lanceston in das Parlament, undre- „ dete allda sehr frey wider die Regierung Da diese kühne Aufführung „ den Hof erbitterte, so suchte man ihn des Hochverraths zu beschuldr- „ gen, und sperrte ihn im Monate Merzen in den Thurn zu Londen. Un- „ gefahr 6. Monate hernach wird der Minister krank, und ließ Hr. Ri- „ chard Mead , einen andern englischen Arzt, rufen , welcher ein sehr „ guter Freund von dem Gefangenen war. Darr die Krankheit deSMi- „ nisterS vollkommen untersucht hatte, sagte er, daß er ihm für seine Ge- „ nesung gut stünde; daß er ihm aber nicht ein Glas Wasser eher geben „ würde, bevor er nicht dem Fremd seine ihm auf eine so ungerechte Wei- „ se genommene Freyhett wieder verschaffen würde. Der Minister, als „ er seine Krankheit zunehmen sah, ließ den König ersuchen , den Gefan- „ genen los zu lassen. Als nun der Befehl gegeben war, so glaubte er, „ Mead würde ihm dasjenige verordnen, was zur Tilgung feiner Krank- „ heit nöthig wäre; allein dieser Arzt blieb standhaft aufftinem Entschlus- fi se, bis sein Freund wieder zu seiner Familie kam. Alsdenn verschaffte
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