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lie, welche sie nach und nach erhielten, fetzte sie in grosse Verlegenheit, be^ sonders da die Mutter durch ihrer Hande Arbeit allein den Unterhalt ihrer Kinder verdienen musie, und der Mann vielleicht zu trage oder auch zu dumm war, seine Frau zu unterstützen. Eines ihrer Kinder, welches ihnen am liebsten war, wurde krank, und die Mutter war über den Zustand ihres Kindes äuserst bekümmert. Auch dem Vater ging die Krankheit seines Kindes, bis auf einen gewissen Grad nahe; dis bewog ihn aber noch nicht, mehr als gewöhnlich zu arbeiten. Die Zeit, die sie mit Wartung des Kindes zubrachte, und die unvermeidlichen Unkosten, die sie darauf verwenden muste, versetzte sie in das auserste Elend. Sie wollte Geld borgen, und sprach einige wohlhabende Leute um Allmosen an: allein, alles war vergeblich. Nach einem langen Kampf mit Ehre und Tu- And, entschloß sie sich endlich zu einer Handlung, deren Unrechtmäßigkeit sie zwar einsah, aber von welcher sie sich doch einige Erleichterung ihres Elendes versprechen konnte. Sie bestahl eine Person , bey welcher sie im Hause arbeitete, nahm aber von dem grossen Haufen Geldes, den sie antraf, gerade nur so viel, als sie für nörhig hielt, um sich aus ihrer so dringenden Noth zu retten. Dabey faßte sie den Vorsatz , von dem ersten Geld, daö sie erübrigen würde, die kleine Summe, die sie jetzt nahm, wieder zu ersetzen. Das gestohlne Geld ward vermiße, noch eher als sie es hatte ausgeben können. Der Verdacht fiel sogleich auf sie, weil sie kurz vorher dem Herrn des Hauses ihre Dürftigkeit geklagt und ibn um etwas Geld angesprochen hatte Man untersuchte ihr Haus, und fand die vermißte Summe in eben den Geldsorten, die der Eiaenthümer bezeichnet hatte. Umsonst stellte das trostlose Weib das Elend ihres häuslichen Zustandes vor-. Der Vestohlne trieb fein Recht bis zur Grausamkeit und ließ sie ins Gefangniß ttgen. Der Ehemann, welcher nicht sowohl eine boshafte, als eine träge Seele hatte, erwachte jetzt zum erstenmahl aus seiner Schlafsucht : kein geringerer Umstand hätte ihn daraus erwecken können. Er besuchte fern Weib öfters in ihrem Gefängniß und bezeigte sich liebreicher und gefälliger gegen sie, als vorhin. Ein Umstand, woraufsie beyde nicht gedacht hatten, machte das Maas ihrer Verzweiflung voll Es fand sich nehmlich, daß der Diebstahl mit einem gewaltsamen Einbruch begleitet ge, wesen war: auf welches Verbrechen in England die Todesstrafe gesetzt ist. Der Mann war bey dem Urtheil gegenwärtig, welches über seine Ehegattin gesprochen wurde, und fühlte hier vielleicht zum erstenmahl in seinem Leben die Triebe der Zärtlichkeit und Großmuth. Er bat sich die Erlaub-


