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Z54 her verdunkeln. Freylich haben diese erhabenen Menschen vieles vor den- wenigen voraus, welche in der Niedrigkeit und Armuth gebohren worden. Diese werden oft durch das Elend ihrer häuslichen Angelegenheiten zu niederträchtigen Handlungen verleitet; der Mangel einer guten Erziehung setzt sie äusser Stand, edle und gute Grundsätze zu lernen ; der Umgang mit Personen, die mit ihnen ein gleiches Schicksal haben, flößt ihnen all- mdblig eine niedrige Denkungsart ein; ihre Lebensart selbst hindert sie, auf mehreres zu denken, als was zunächst mit ihrem Interesse in Verbindung steht: die Nahrungssorgen, der Neid, der Mangel, die Unterdrückung und tausend andre Umstände, welche mit dem niedrigen Zustande verbunden sind, machen es ungemein schwer, daß Seelen, Die eine Anlage zum Edelmut!) und andern bürgerlichen Tugenden haben, ihre Fähigkeiten ausbilden und zu einer tugendhaften Fertigkeit erhöhen können.
Die Grossen, Reichen und angesehenen unter den Menschen haben hingegen schon vermöge ihres Standes, gewisse Beförderungsmittel einer edlen Denkungsart: wenigstens die Lage, in welcher sie sich befinden, erleichtert Den Gebrauch derselben. Sollten nicht die Kinder der Grossen sehr leicht zur Ausübung edler Handlungen gebildet werden können, wenn man von Den Glücksumständen, in welche sie die Vvrsehuug Lottes gesetzt hat, einen weisen Gebrauch machen wollte? Ein Kind, welches von Jugend auf unterrichtet wird, sich nicht bloß durch äussere und sehr zufällige Vorzüge, sondern durch wesentliche innere Vollkommenheiten , durch Güte des Herzens und durch Weisheit von andern zu unterscheiden: wann es in den glänzenden Gesellschaften , zu welchen ihm der Zutritt verHattet wird, mehr auf gute Beyspiele, als auf blendende Vorzüge zu merken belehret wird: wenn es vor den Verführungen des Glücks und des Lasters sorgfältig bewahret wird : wenn man ihm zeitig zu Gemüthe führt, daß auch Der geringste gute Mensch von dem Erhabensten Liebe und Achtung fordern könne: ein solches Kind, wird sich allmählig Die Grundsätze einer edlen , uneigennützigen und großmüthigen Denkungsart zu eigen machen und sie schonzeitig durch die liebenswürdigsten Handlungen beweisen. Bloß in Der Vernachläßigung dieser Maximen liegt die Ursache, warum so viele Grosse und Reiche ihren Stand durch niederträchtige Handlungen schänden.
Ich bin versichert, daß wenn den Kindern sowohl der Grossen als der Geringen eine bessere Erziehung gegeben würde, auch die edle Denkungsart ausgebreiteter seyn würde. Wie vieles könnten hiezu die Bey- spiete


