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Wochenblatt. 4 t

nidjf die Natur berechtiget, das Leben zurück zu fordern, wckcheS rms.b!o< unter dieser Bedingung verliehen ward? Die Existenz der Dinge führt diese unabänderliche und festgesetzte -Ordnung bey sich, daß daS Alter, wenn es au einer gewissen Höhe gestiegen ist, aus der. Reihe der andern Dinge hinausgeftoßen, und die Welt durch den Reiz neuer Products verschönert werden solle. Die Natur wird durch die wechselsweise Zerstörung der Dinge und durch die gegenseitige Hervorbringung neuer Sachen wiederum gestärkt. Diejenigen, die vor uns gestorben sind, haben Raum für uns gemacht; können wir unS ohne Ungerechtigkeit wohl weigern, für unsere Nachfolger ein gleiches zu thun? Wir sollten ihnen um so viel williger Platz machen ; da sie ihrer Seits wiederum andern weichen müssen, und ihnen, wenn sie sich auf der Bühne dieses Lebens gezeigt haben, das nämliche Schicksal bevorsteht. Das Alterthum war ein Raub des Todes, unü die Zukunft wird seinen Streichen nicht entgehen; was haben wir für ein Recht, mehrere Gnade

. zu erwarten; DaS Leben kommt uns durch keinen gemachten Vertrag zu, untr deswegen sollten wir mit dem uns auS Gnaden zugestandenen Genus- se uns begnügen.

Und wenn wir zehen Millionen Jahre lebten, so würden wir doch stets einerlei) sehen, und weiter nichts, als waS unsere Vorfahren sahen. Die Natur zeigt unS in der gegenwärtigen und verstossenen Zeit einen Spiegel, in welchem wir die Zukunft betrachten und dasjenige beschauen können, was sich in dem unermeßlichen Raume der künftigen Jahrhun­derte zutragen wird. Nicht die Lange deS Lebens macht uns glücklich, son­dern der Gebrauch/ t>en wir davon machen. - Laßt.uns jeden Tag, i, sagt Horaz, für den letzten unsers LebenS ansehen, und alsdann wird uns jeder Augenblick, den uns die Götter wider unfer Erwarten zuge- stehen, um so viel angenehmer seyn. - Kurz, warum sind wir wegen des andern Tages bekümmert? Laßt uns so geruhig, wie möglich leben, und der Himmel mag uns so viele Tage zugestehen, als ihm gefällig ist, so müsse doch unsere ganze Bemühung dahin gehen, den gegenwärtigen Augenblick gehörig zu nutzen. Die bereits verflossene Minute ist nicht mehr unser, und es ist ungewiß, ob uns nach der jetzigen noch eine neue werde zugestanden werden.

Diejenigen, -die sich deswegen vor dem Tode fürchten, weil sie ihre Reichthümer, Bedienungen/Kinder, Weiber, und alles, was ihnen

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