Wochenblatt. f
tur Ankündigung der Eröfnung des unter seiner Aufsicht errichteten Pre- diqerseminario, hat abdrucken lassen. Da die Erfarung lehret, darnach der gegenwärtigen Einrichtung der teutschen Universitäten, für den Unterricht derer, die sich der Gottesgelahrheit widmen, einerseits zu viel, und andrerseits zu wenig geschiehet, indem der Unterricht immer mehr auf künftige G Htresaelerte als auf Seelsorger abzwecket, so ist schon öfters Der. Wunsch gerhan worden, daß doch aufUmversitäten solche Institute möchten errichtet werden, in welchem die Studiofi rheologiae mehr zu den nähern Geschäften, die ihr künftiges Amt ausmachen, vorbereitet würden, damit sie nicht genöthiget würden, künftig vieles wieder von dem , was sie auf der Universität gelernet, zu vergessen, um nörhjgL»e Sachen dagegen zu erlernen. Dem zu folge sagt der Herr Prof. Schulz in den angezeig- ren Programm, müßten die vornehmsten Bemühungen angehender Theologen dahin gerichtet scyn, daß, da sie künftig mit Menschen zu thun ha, den, die entweder in den Grundsätzen der christlichen Religion zuerst unterrichtet, oder, wann sie bereits darinn unterrichtet sind, nach denverschied- nen Verfassungen, in welchen sie sich befinden, von Zeit zu Zeit wieder daran erinnert werden müssen, sie dieKunst auf der Universität erlernen eheils Kindern die Lehren und Pfiichten der Religion beizubrjngen ; eheils Er- wachsnen den ganzen Umfang der Religion, nach feinen einzelnen Theilen, von Zeit zu Zeit einzuschärfen, und unter allen Vorfällen dieses Lebensauf ihr Herz und ihren Wandel anzuwenden. Jenes sey der Katechismus Unterricht ; dieses der Unterricht auf der Kanzel, im Beichtstuhl, beim Krankenbette u. s. w. Demzufolge trägt der Herr Professor alle Jahre den Seminaristen, als Jnspector, ein System der Lehren und Pflichten der Religion auf die Art vor, wie es zum Katechismus, und Kanzel Unterrichts nothwendig ist, wobei er also folglich alles das, was blos für den akademischen Katheder gehört, wegläßt, und dagegen bei jeder einzelnen Lehre oder Pflicht vornehmlich zeigt, wie sie Erwachsene sowohl als Kindern vorgetragen werden müsse. In beiden Fällen zeigt er bei jeder besonders , wie die Art des Vortrags und die Wahl der Bewegungsgründe nach den ver- schiednen Gegenständen eingerichtet werden müsse; da der Seelsorger bald Personen von gemeinem bald von vornehmcrn Fähigkeiten, bald von zartem bald von reifem Alter, die alle nach Temperament, Denkungsart, Geschlecht u. s. ro. verschieden sind , vor sich hat. Zunächst bei diesem Vortrage der populären Religion üben sich die Mitglieder des Seminar« täglich eine Stunde, unter seiner Aufsicht, sowol im Aatechlsiren, als
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