4 WdcheMatt.
Um i Uhr ward ich in künigl. Equipage vom Herrn pon Catt aus Meinem Logis nach fans fouci geholt; ich fände alda den Obersten von Cocceji, seit dem Kriege gewesenen preußischen Gesandten in Schweden, ei# nen Liebling des Königs nebst verschiedenen andern Herrn , die mit mir nochmals nach dem Tempel der Antiken giengen, um mir und meiner Gesellschaft das Stoschische daselbst in Schränken verwahrte Cabinet zu zeigen. Herr von Catt sagte mir, daß der König diesen Morgen wieder sehr viel von mir gesprochen, und daß es das Ansehen habe, als wenn mich der König diesen Abend werde ruffen lassen, welches jedoch wegen den großen Geschäften Ihrer Majestät noch sehr ungewiß seyn; In dessen solle ich, so bald es möglich, meine Gesellschaft verlassen, nach fans fouci gel^n, und den Erfolg abwarten.
Herr von Catt gienge indessen zum König. Um halb 4. Uhr kam ich allein nach fans fouci. Daselbst ward mir in dem königl. Schloß das ehemalige Zimmer des Marquis cP Argens angewiesen, allwo ich mich zu einem Camin Feuer setzte, und lange allein wäre, zwischen Furcht und großer Hoffnung schwebte, bald zitterte und mich außerordentlich freute. Um halb s Uhr stürzte Herr von Catt in mein Zimmer herein, wäre ganz au# ßer Atbem vor Freuden, uud sagte, der Kömg befehlte, daß ich diesen Augenblick zu ihm kommen solle.
Herr von Catt nähme mich mit Entzückung bei der Hand, wir spran, gen durch f. oder 6. Zimmer hindurch , hier, sagte vonCatt, istdieThü- re, die zu dem Zimmer führet, worinnen der König ist. DaS Herz klopfte mir beinahe zum Leibe heraus! der Herr von Carl gieng hinein ; ich besähe indessen das Vorzimmer, wo ich (gleich wie auch im Schreibcabinet des Königs im neuen Schloß) auf dem Commode vor einem Spiegel zwei Portraits des Keifers fand. Den Augenblick gienge die Thüre eines weiten Zimmers auf, und Catt sagte, ich solre herein treten.
(Die Fortsetzung folgt.)
Nachricht von dem auf höchsten Befehl errichteten Predigerfe- minario auf der Universität zn Gießen.
Wir theilen hier unfern Lesern einen Auszug aus demjenigen Pro- gramma mit, welches der Herr Professor Schulz/ auf gnädigsten Befehl, 'zur


