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Große Kriegsheeri, die nicht nur nach der Größe ihrer Brauchbar­keit und theuren Unterhaltung, sondern auch nach der beträchtlichen Anzahl chrir Leiber und unsterblichen Seelen , von unschätzbarem Werth sind, werden oft unserer Meinung nach, so liederlicher Weise, durch den unge­fähren Zufall einer niederträchtigen Verrätherey an die ^-chlachtbanck ge­liefert. Prinzen, an deren Leben manchem Lande so unbeschreiblich viel gelegen ist, werden oft durch den ungefähren Zufall einer Krankheit von hinnen ger'.ffen- Die höchstwichtige und mit so viel großen Absichten ver­knüpfte Reise eines Gesandten oder andern vornehmen Mannes , wird oft durch eine zufällige Begebenheit gänzlich eingestellt. Ein abscheulicher Tau­genichts , der eben so dumm dahin lebt, als er auf die Welt gekommen, der den klaren Horizont für einen blauen Bettflathimmel seiner Cloris, und die Erde für einen Heuboden, ansiehet, wird oft durch den ohnge- sthren Zufall des blinden Glückes ein großer Capitalist, dahingegen ein rechtschaffener Burger durch die zufällige Begebenheit eines unvermuthetcn Unglücks auf lebensla'ng in die bitterste Armuth versetzet wird. Zufälli* ger Weise erfindet manchmal ein einfältig geachteter Mann ein Geheumnß, woran sich vorhero viel Gelehrte ganze Jahre die Köpfe vergebens zersto­ßen. Zufälliger Weise kriegt manche übelberufene Buhlerin noch beyZeit den besten Mann , und die tugendhafte Doris muß zuweilen in ihrem spä­ten Alter entweder ledig zu Grabe, oder wenns recht wohl geht, mit ei­nem mürrischen Wittwer ihr Leben seufzend zubringen. Durch einen zu­fälligen Gedanken ist manchmal das berühmteste Werk entstanden ; uftd durch den ungefähren Zufall eines Wetters sind ganze Gegenden verwü­stet, Menschen und Vieh getödtet, und die prächtigste Palläste eingeä- schert worden.

Kurz! die ganzeWelt ist mit einem Wort, im genauesten Verstam de nichts anders, als ein großer und allgemeiner Schauplatz, worauf das sogenannte Ungefähr bald die schrücklichsten Trauerspiele und bald die er­freulichste Luststücke aufführen lasset. Oder, ein Irrgarten von tausender­lei) Anfälligkeiten, wormnen die menschliche Vernunft ewig keinen AuSgang findet. Unftre meisten und besten Wünsche werden selten , oder gar nie, erfüllet. Dasjenige hingegen, was wir nie zu erleben gewünscht, oder doch als etwas, unferm Verlangen entgegen stehendes, angesehen, wird sich am- gew sseflen und bälvcsten ereignen. Unser.gegründestes Recht, wird das Verhängnch in Unrecht verwandeln; und dir größte UnMecb-

G tigkeit