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Neuntes Stück.

Dienstags den r. März. 177$.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis.

Vom blinden Ungefähr.

sind viele Menschen welche die thürigte Meinung hegen , welche JSMTi in einen spöttischen und der Ehre Gottes viel zu nahe trettenden Verstände das blinde Ungefähr an die Stelle der alles regierenden Vorsicht setzen; und mit einer mehr als sträflichen Bosheit, diese anbe­tungswürdige Gottheit von ihrem erhabnen Throne zu stoßen suchen. Wir wollen einen kleinen Versuch machen : wie wir als vernünftige und rechtschaffene Christen eben diesem, sonst so übel verstandenen Ungefähr dannoch einen großen Einfluß in die Regierung der Welt beymessen, und mithin eine große und fast unumschränkte Macht über uns einräumen. ES ist wahr! die ganze Welt, wir mögen ihren sittlichen Lauf ansehen wenn und wie wir wollen, scheinet durchgängig von lauter ungefähren Zufällig­keiten abzubangen. Die kostbarsten Entwürfe einer wohlbedachtlichen und vorsetzlichcn Ueberlegung werden nicht nur so Vielmahl durch den einfältig­sten Zufall unterbrochen, oder wohl gar gänzlich zerstört, sondern auch manchmal ein ganz anderes Vorhaben dadurch veranlaßt. Rathschlüsse, die von ganzen Versammlungen großer und erfahrner Manner abgefaßt, unterschrieben und mit den vortreflichsien Zubereitungen gegründet waren, find oft durch eine sehr geringe zufällige Begebenheit entweder völlig ver­eitelt , oder zu einem ganz gegentheiligen Ausgang geleitet worden.

Große