wochtMatk. *03
hab«. Der ohnmächtige Mensch, der kein Haar zu schaffen vermag, wie konnte der das Original einer solchen erstaunenden Mechanik mit so vielen verschiedenen zum nvthdürstigen Gebrauch harmonisch dienenden Theilen unsers Körpers ersinnen, da er nicht einmal das Modell oder den Abdruck zu machen im Stande ist? Nicht der geringste und am unbrauchbarsten scheinende Theil unsers Leibes ist ohne hinreichenden Grund, er ist entweder unentbehrlich oder wenigsten« eine nothwendige Folge der übrigen. Erfahrung und vernünftige Betrachtungen bestärken di-s-S. Norhwendig niuß auch die Verbindung zwischen Leib und Seele von einem weit mächtigeren, als wir sind, gemacht seyn, da wir uns bey Erforschung derselben in schwindlichte Tiefen versenken, in welchen wir, verlassen von weiterer Einsicht, stecken bleiben. Ja wahrlich ! dieser Schöpfer muß recht groß seyn, weil ich nicht der einzige bin, der von sich rühmen kann ; Er hat mich künstlich und weißlich gebildet. Millionen meines gleichen, un- lählbare lebende und leblos« Geschöpfe rufen mir gleichsam zu : Sieh« mit geheiligten Blicken auf den Unsichtbaren , bewundere ihn an dir und au uns allen. Betrachte mit einem bewaffneten Auge das kleinste unter uns, welches eben so wohl Leben und Empfindung, alS du selber, hat, und dank- ihm, daß er dich und uns so wunderbar und herrlich auSbilbete. Ja ich bin dir unendlichen Dank schuldig. Durch dich den Allmächtigen lebe ich, durch dich bewege ich mich, dir habe ich lediglich zuzuschreiben, daß mein Geist in meinem frischen und gesunden Körper noch denkt, daß ich wie ein Mensch , wie ein Mitglied der christlichen Gesellschaft unter dem Zepter eines weisen Königs lebe und ein lebhaftes Vergnügen mit andern außer mit befindlichen Geschöpfen genießen kann. Gott i du bist Die Ursache, daß der blühende Zustand der beseelten und unbeseelten Theil« der Natur uns mit Freud« erfüllet. Du befeuchtest das Land , daß «S nicht zu Erz werde, und ich aus Mangel d-S Unterhalts nicht verderbe. Du bist es, dessen Allmacht, Güte und Weisheit ich mit allen vernünf- tmen Wesen dankbarlich verehre, dessen Fürsehung ich preisen und dessen fernerem Schutz ich mich demüthigst anbefehlen soll. Ich bin überzeugt, Daß du uns, deine Geschöpfe, nicht deswegen aus dem Nichts gerufen, daß wir uns selbst überlassen, von einem blinden Zufall beherrschet werden, und nachdem wir die Mühseligkeiten des Lebens geschmecket, wieder in da« vorige Nichts zurückgehen sollen. Du kennest uns , du siebest auf uns, alle unsre Handlungen bemerkest du. Du willst auch, baß wir dich den Unsichtbaren aus deinen Geschöpfen kennen lernen, deine Güte und


